Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft – Tipps und Leitfaden
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist keine abstrakte Empfehlung, sondern ein praktischer Kompass für den Alltag: Sie gibt Orientierung im Dschungel widersprüchlicher Tipps und zeigt, wie du deinen Körper jetzt sinnvoll unterstützen kannst, ohne in strenge Verbote oder Perfektionismus zu verfallen. Dieser Artikel bündelt die wichtigsten Grundlagen, praxisnahe Empfehlungen und Alltagshilfen – damit du gut informiert Entscheidungen treffen kannst, die deine Gesundheit und die deines Babys nachhaltig fördern.
Kurz zusammengefasst
Ernährung in der Schwangerschaft – Überblick
Die Ernährung beeinflusst nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die körperliche Entwicklung des Babys und die Gesundheit der Mutter über die Schwangerschaft hinaus. Eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen ist wichtiger als eine hohe Kalorienzufuhr.
Grundlagen & Nährstoffbedarf
Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen stärker als der Energiebedarf, der nur moderat zunimmt. Essenziell sind Folsäure, Eisen, Jod, Kalzium, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Eiweiß.
Lebensmittelwahl
Empfohlen werden frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte oder geeignete Alternativen, mageres Fleisch, Fisch (mit Bedacht) und pflanzliche Eiweißquellen sowie gesunde Fette und Öle. Stark verarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker sollten reduziert werden.
Phasen der Schwangerschaft
Die Anforderungen an die Ernährung verändern sich:
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Im 1. Trimester steht Verträglichkeit im Vordergrund,
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im 2. Trimester der stabile Nährstoffaufbau,
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im 3. Trimester Energie und Verdauungsfreundlichkeit.
Alltagspraktiken & Beschwerden
Regelmäßige, kleinere Mahlzeiten, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, gesunde Snacks und Strategien gegen Übelkeit oder Sodbrennen verbessern das Wohlbefinden.
Supplemente & Beratung
Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel) können sinnvoll sein, sollten aber zielgerichtet in Rücksprache mit Fachpersonen eingesetzt werden.
Besondere Situationen
Vegetarische und vegane Ernährungsformen sowie Lebensmittelunverträglichkeiten oder Schwangerschaftsdiabetes erfordern individuelle Anpassungen und ärztliche Begleitung.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Einleitung
Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist weit mehr als eine gut gemeinte Empfehlung. Sie wirkt täglich, leise und nachhaltig – auf deinen Körper, auf dein Wohlbefinden und auf die Entwicklung deines Babys. Jede Mahlzeit liefert Bausteine: für Organe, Nerven, Knochen, für Hormone und das Immunsystem. Gleichzeitig beeinflusst sie, wie du dich fühlst – ob du Energie hast, dich konzentrieren kannst oder dich eher müde und ausgelaugt erlebst.
Gerade in der Schwangerschaft rückt Essen oft in ein neues Licht. Plötzlich tauchen Fragen auf, die vorher kaum eine Rolle spielten: Was tut meinem Baby gut? Was darf ich noch essen? Reicht das, was ich bisher zu mir nehme? Diese Unsicherheit ist normal. Sie entsteht nicht aus Mangel an Wissen, sondern aus Verantwortung.
Die gute Nachricht: Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft muss weder kompliziert noch dogmatisch sein. Sie lebt nicht von Verboten, sondern von klugen Entscheidungen im Alltag. Kleine Anpassungen haben oft große Wirkung – ein anderes Frühstück, ein bewusster Snack, ein besserer Umgang mit Hunger und Appetit.
Dieser Artikel gibt dir praxisnahe Tipps, ordnet verbreitete Mythen ein und erklärt die wichtigsten Grundlagen verständlich und ohne erhobenen Zeigefinger. Du erfährst, warum sich dein Nährstoffbedarf verändert, weshalb „Essen für zwei“ ein hartnäckiges Missverständnis ist und wie du deinen Körper jetzt sinnvoll unterstützen kannst – realistisch, alltagstauglich und ohne Perfektionsdruck.
Was ist für dich eine große Herausforderung bei der Ernährung in der Schwangerschaft?

Grundlagen der Ernährung in der Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft stellt den Körper vor eine bemerkenswerte Aufgabe. Innerhalb weniger Monate entsteht neues Leben – und das erfordert Energie, Baustoffe und ein fein abgestimmtes Zusammenspiel vieler Prozesse. Genau hier setzt eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft an.
Erhöhter Nährstoffbedarf – aber kein „Essen für zwei“
Der Satz „Jetzt musst du für zwei essen“ hält sich hartnäckig, ist aber in dieser Form schlicht falsch. Dein Körper braucht mehr Nährstoffe, nicht automatisch mehr Kalorien. Der Energiebedarf steigt nur moderat – vor allem im zweiten und dritten Trimester. Der Bedarf an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen hingegen nimmt deutlich zu.
Das bedeutet ganz konkret:
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lieber besser essen statt einfach mehr essen
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Qualität schlägt Quantität
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leere Kalorien bringen dich nicht weiter
Ein Schokoriegel liefert zwar Energie, aber kaum das, was dein Baby wirklich braucht. Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, hochwertige Fette oder eiweißreiche Lebensmittel versorgen dich dagegen mit genau den Stoffen, die jetzt zählen.
Energiebedarf vs. Nährstoffdichte
Ein zentrales Stichwort lautet Nährstoffdichte. Gemeint ist das Verhältnis von Vitaminen, Mineralstoffen und anderen wertvollen Inhaltsstoffen zur Kalorienmenge. Lebensmittel mit hoher Nährstoffdichte liefern viel Nutzen bei vergleichsweise wenig Energie.
Praktische Beispiele aus dem Alltag:
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Haferflocken statt süßem Frühstücksgebäck
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Naturjoghurt mit Obst statt gezuckerter Desserts
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Nüsse als Snack statt Chips
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Vollkornbrot statt Weißmehlprodukte
So kannst du deinen Körper versorgen, ohne ihn zu überlasten. Viele Schwangere berichten, dass sie sich mit dieser Art zu essen satter, stabiler und leistungsfähiger fühlen – und weniger Heißhunger erleben.
Veränderungen von Stoffwechsel und Verdauung
Während der Schwangerschaft läuft im Körper vieles anders als gewohnt. Hormone wie Progesteron beeinflussen den Stoffwechsel und verlangsamen die Verdauung. Das hat Sinn – Nährstoffe sollen effizienter aufgenommen werden – bringt aber auch typische Begleiterscheinungen mit sich.
Häufige Veränderungen sind:
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schnelleres Sättigungsgefühl
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Blähungen oder Verstopfung
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Sodbrennen
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stärkere Schwankungen des Blutzuckerspiegels
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft kann hier spürbar helfen. Ballaststoffreiche Lebensmittel, ausreichend Flüssigkeit, kleinere Mahlzeiten und regelmäßige Essenszeiten entlasten den Verdauungstrakt. Auch bewusstes Essen – langsam, ohne Ablenkung – macht einen Unterschied. Viele unterschätzen, wie sehr das Bauchgefühl buchstäblich vom Essverhalten abhängt.
Wichtig ist dabei eine realistische Haltung:
Nicht jeder Tag läuft perfekt, und das muss er auch nicht. Ernährung ist kein starres Regelwerk, sondern ein flexibles Werkzeug. Je besser du verstehst, was dein Körper jetzt braucht, desto leichter fällt es, gute Entscheidungen zu treffen – ohne Stress, ohne Schuldgefühle.

Wichtige Nährstoffe im Überblick
| Nährstoff | Funktion | Tagesbedarf (pro Tag) Mittelwerte | Typische Lebensmittel |
|---|---|---|---|
| Folat / Folsäure | Unterstützt Zellteilung und die frühe Entwicklung von Gehirn und Rückenmark. | 550 µg | Grünes Blattgemüse (z. B. Spinat), Hülsenfrüchte, Vollkorn, Zitrusfrüchte. |
| Eisen | Wichtig für Blutbildung und Sauerstofftransport; Bedarf steigt wegen höherem Blutvolumen. | 27 mg | Rotes Fleisch (gut durchgegart), Linsen, Haferflocken, Hirse, Spinat; plus Vitamin C verbessert Aufnahme. |
| Jod | Für Schilddrüsenhormone und Gehirnentwicklung des Babys. | 220 µg | Jodiertes Speisesalz, Seefisch, Milchprodukte, Eier. |
| Kalzium | Baustoff für Knochen und Zähne; wichtig für Muskel- und Nervenfunktion. | 1000 mg | Milch, Joghurt, Käse, kalziumreiches Mineralwasser, Brokkoli, Mandeln. |
| Omega-3 (DHA) | Unterstützt Gehirn- und Sehentwicklung (Netzhaut); Bestandteil von Zellmembranen. | 200 mg | Fettreicher Seefisch (z. B. Lachs, Hering), Rapsöl; Walnüsse liefern ALA (Vorstufe). |
| Vitamin D | Beteiligt am Knochenstoffwechsel und unterstützt das Immunsystem; Bildung v. a. über Sonnenlicht. | 20 µg | Sonnenlicht (Haut), fetter Fisch, Eigelb, Pilze (Beitrag über Ernährung oft begrenzt). |
| Eiweiß | Baustein für Gewebeaufbau, Enzyme und Hormone; wichtig für Wachstum. | ca. 1,1 g/kg Körpergewicht | Eier (durchgegart), Milchprodukte, Fleisch/Fisch (gut gegart), Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse. |
| Vitamin B12 | Wichtig für Nervenfunktion und Blutbildung; besonders relevant (höhere Zufuhr) bei vegetarisch/vegan. | 2-4,5 µg | Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte; bei vegan: X (über Lebensmittel meist nicht zuverlässig). |
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft steht und fällt mit der ausreichenden Versorgung bestimmter Nährstoffe. Manche davon waren schon vorher wichtig, andere rücken jetzt deutlich in den Vordergrund. Entscheidend ist dabei nicht nur was du isst, sondern auch wie regelmäßig und in welcher Kombination.
Im Folgenden findest du die wichtigsten Nährstoffe – jeweils mit Funktion, Bedarf und praxisnahen Lebensmittelquellen.
Folsäure
Folsäure ist einer der zentralen Nährstoffe zu Beginn der Schwangerschaft. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung und der Entwicklung des Neuralrohrs, aus dem sich später Gehirn und Rückenmark bilden.
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Funktion: Zellwachstum, Blutbildung, Entwicklung des Nervensystems
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Bedarf: erhöht, besonders in den ersten Wochen
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Lebensmittelquellen: grünes Blattgemüse (Spinat, Feldsalat), Brokkoli, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Orangen
In der Praxis zeigt sich: Über die Ernährung allein ist der Bedarf oft schwer zu decken. Genau deshalb wird Folsäure in der Frühschwangerschaft häufig ergänzend empfohlen – ein Punkt, der auch unter Fachleuten weitgehend Konsens ist.
Eisen
Eisen ist zuständig für den Sauerstofftransport im Blut. Da sich das Blutvolumen in der Schwangerschaft deutlich erhöht und auch das Baby versorgt werden muss, steigt der Eisenbedarf spürbar an.
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Funktion: Sauerstoffversorgung, Blutbildung, Leistungsfähigkeit
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Bedarf: deutlich erhöht
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Lebensmittelquellen: rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Hirse, Spinat, Rote Bete
Pflanzliches Eisen wird schlechter aufgenommen als tierisches. Ein bewährter Alltagstipp: Eisenreiche Mahlzeiten mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln kombinieren, etwa Linseneintopf mit Paprika oder ein Glas Orangensaft zum Frühstück.
Jod
Jod ist für die Schilddrüsenfunktion unerlässlich – sowohl für dich als auch für dein Baby. Eine Unterversorgung kann sich auf die geistige Entwicklung des Kindes auswirken.
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Funktion: Schilddrüsenhormone, Wachstum, Gehirnentwicklung
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Bedarf: erhöht
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Lebensmittelquellen: Seefisch, Milchprodukte, Eier, jodiertes Speisesalz
Gerade in Deutschland ist die Jodversorgung nicht immer optimal. Wer kaum Fisch isst oder auf jodiertes Salz verzichtet, sollte besonders aufmerksam sein.
Kalzium
Kalzium ist der klassische Baustoff für Knochen und Zähne. Reicht die Zufuhr nicht aus, greift der Körper auf die Reserven der Mutter zurück.
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Funktion: Knochen- und Zahnentwicklung, Muskel- und Nervenfunktion
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Bedarf: konstant erhöht
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Lebensmittelquellen: Milch, Joghurt, Käse, kalziumreiches Mineralwasser, Brokkoli, Mandeln
Entscheidend ist nicht eine einzelne große Portion, sondern die regelmäßige Zufuhr über den Tag verteilt.
Omega-3-Fettsäuren (DHA)
DHA gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und ist besonders wichtig für die Entwicklung von Gehirn und Augen des Babys.
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Funktion: Gehirn- und Sehentwicklung, Zellmembranen
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Bedarf: erhöht
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Lebensmittelquellen: fettreicher Seefisch (Lachs, Hering), Rapsöl, Walnüsse
Wer kaum Fisch isst, erreicht die empfohlene Menge häufig nicht. Hier gibt es unterschiedliche fachliche Meinungen zur Supplementierung – ein Thema, das individuell bewertet werden sollte. Frage hierzu deinen Frauenarzt.
Vitamin D
Vitamin D nimmt eine Sonderrolle ein, da es nur begrenzt über Lebensmittel aufgenommen wird. Der größte Teil entsteht durch Sonnenlicht auf der Haut.
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Funktion: Knochenstoffwechsel, Immunsystem
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Bedarf: erhöht
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Lebensmittelquellen: fetter Fisch, Eigelb, Pilze
In sonnenarmen Monaten ist eine Unterversorgung verbreitet. Viele Frauen erreichen den Bedarf ohne zusätzliche Maßnahmen nicht.
Eiweiß
Eiweiß liefert die Bausteine für Zellen, Gewebe und Organe – sowohl für dein Baby als auch für Veränderungen in deinem eigenen Körper.
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Funktion: Wachstum, Gewebeaufbau, Enzyme, Hormone
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Bedarf: moderat erhöht
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Lebensmittelquellen: Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse
Eine gleichmäßige Verteilung über den Tag unterstützt eine stabile Energieversorgung und beugt starkem Hunger vor.
Ernährung nach Schwangerschaftsphasen
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist kein starres Konzept. Dein Körper verändert sich – und mit ihm die Bedürfnisse. Was sich in einer Phase gut anfühlt, kann in der nächsten plötzlich schwerfallen. Genau das ist normal.
1. Trimester: Übelkeit, Appetitveränderungen, leichte Kost
Das erste Trimester ist oft geprägt von Übelkeit, Geruchsempfindlichkeit und einem wechselhaften Appetit. Manche Frauen können kaum etwas essen, andere entwickeln plötzlich Abneigungen gegen bisher geliebte Speisen.
Jetzt gilt: Verträglichkeit vor Perfektion.
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kleine, häufige Mahlzeiten
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milde, wenig fettige Speisen
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trockene Snacks wie Zwieback oder Knäckebrot
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kalte Speisen, wenn warme Gerichte unangenehm sind
Wichtig ist, überhaupt Energie und Flüssigkeit aufzunehmen. Eine perfekt ausgewogene Nährstoffbilanz ist in dieser Phase zweitrangig – der Körper holt sich vieles aus seinen Reserven.
2, Trimester: Stabilisierung, Aufbauphase fürs Baby
Für viele beginnt jetzt die angenehmste Zeit. Übelkeit lässt nach, der Appetit kehrt zurück, und die Energie steigt. Gleichzeitig wächst das Baby deutlich.
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um die gesunde Ernährung in der Schwangerschaft bewusst zu gestalten:
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regelmäßige Mahlzeiten
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nährstoffreiche Lebensmittel
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Fokus auf Eisen, Kalzium, Eiweiß und Omega-3-Fettsäuren
Viele Frauen spüren jetzt, wie sehr gutes Essen ihr Wohlbefinden beeinflusst – körperlich wie mental.
3, Trimester: Energie, Eisenbedarf, Verdauungsfreundlichkeit
Im letzten Drittel braucht der Körper noch einmal Kraft. Das Baby legt an Gewicht zu, der Platz im Bauch wird enger, und Verdauungsbeschwerden nehmen oft zu.
Bewährt haben sich:
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kleinere Portionen
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gut verdauliche Speisen
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ballaststoffreiche, aber nicht blähende Lebensmittel
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ausreichend Flüssigkeit
Der Eisenbedarf ist jetzt besonders hoch, gleichzeitig steigt die Neigung zu Sodbrennen und Völlegefühl. Leichte, nährstoffreiche Kost unterstützt dich dabei, diese Phase möglichst beschwerdearm zu erleben.
Am Ende gilt:
Dein Körper ist kein starres System. Eine gute Ernährung fühlt sich nicht nur „richtig“ an – sie tut dir spürbar gut. Und genau das ist der beste Kompass.
Empfohlene Lebensmittel
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft lebt nicht von komplizierten Regeln, sondern von einer guten Auswahl im Alltag. Bestimmte Lebensmittel liefern genau die Nährstoffe, die jetzt besonders gefragt sind – und lassen sich ohne großen Aufwand in Mahlzeiten integrieren. Entscheidend ist Vielfalt: Je abwechslungsreicher du isst, desto besser ist die Versorgung.
Obst und Gemüse
Obst und Gemüse sind das Fundament einer ausgewogenen Ernährung. Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe – und unterstützen gleichzeitig die Verdauung.
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ideal sind 5 Portionen täglich, bunt gemischt
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saisonale und regionale Sorten sind oft nährstoffreicher
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roh und gegart kombinieren
Besonders wertvoll sind grünes Blattgemüse, Beeren, Paprika, Karotten und Brokkoli. Wenn der Appetit schwankt, können Smoothies oder Suppen eine praktische Alternative sein – vorausgesetzt, sie ersetzen nicht dauerhaft feste Mahlzeiten.
Vollkornprodukte
Vollkornprodukte liefern komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe und wichtige Mineralstoffe. Sie sorgen für eine gleichmäßige Energiezufuhr und helfen, starke Blutzuckerschwankungen zu vermeiden.
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Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis, Vollkornnudeln
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sättigend, ohne zu beschweren
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hilfreich bei Verstopfung
Wer Vollkorn bisher schlecht vertragen hat, sollte langsam umstellen. Oft passt sich der Darm nach einigen Tagen an.
Milch und Milchalternativen
Milchprodukte sind klassische Kalziumlieferanten und tragen zur Versorgung mit Eiweiß und Vitamin B2 bei.
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Joghurt, Quark, Käse, Milch
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möglichst naturbelassen und wenig gesüßt
Pflanzliche Alternativen wie Hafer-, Soja- oder Mandeldrinks können ebenfalls sinnvoll sein – sofern sie mit Kalzium angereichert sind. Der Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.
Fleisch, Fisch, Eier
Tierische Lebensmittel liefern hochwertiges Eiweiß, Eisen, Jod und Vitamin B12. In moderaten Mengen sind sie gut in eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft integrierbar.
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Fleisch: lieber mager und gut durchgegart
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Fisch: 1–2 Portionen pro Woche, bevorzugt fettreiche Sorten
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Eier: vollständig durchgegart
Qualität geht hier klar vor Menge. Wer weniger tierische Produkte essen möchte, sollte besonders auf eine gute Nährstoffkombination achten.
Pflanzliche Eiweißquellen
Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sind wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung – auch in der Schwangerschaft.
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Linsen, Kichererbsen, Bohnen
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Tofu, Tempeh
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Nüsse, Kerne, Samen
Sie liefern Eiweiß, Eisen, Magnesium und Ballaststoffe. In Kombination mit Getreide steigt die biologische Wertigkeit des Proteins deutlich.
Gesunde Fette und Öle
Fett ist kein Gegner, sondern ein wichtiger Energieträger und Nährstofflieferant. Entscheidend ist die Qualität.
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Rapsöl, Olivenöl, Leinöl
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Nüsse, Avocado, Samen
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fettreicher Seefisch
Diese Fette unterstützen die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und liefern essentielle Fettsäuren – ein zentraler Baustein für die Entwicklung des Babys.

Lebensmittel, die vermieden oder eingeschränkt werden sollten
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft bedeutet nicht Verzicht um jeden Preis. Es geht um bewusste Entscheidungen und darum, Risiken zu minimieren. Manche Lebensmittel können Keime oder Schadstoffe enthalten, die für ungeborene Kinder problematisch sind.
Rohe tierische Produkte
Rohe oder nicht ausreichend erhitzte tierische Lebensmittel bergen ein erhöhtes Risiko für Infektionen.
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rohes Fleisch und Rohwurst
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roher Fisch, Sushi
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Rohmilch und Rohmilchkäse
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rohe Eier und Speisen mit rohem Ei
Durch gründliches Erhitzen lassen sich diese Risiken in der Regel vermeiden – ein einfacher, aber wirkungsvoller Schutz.
Bestimmte Fischarten
Fisch ist wertvoll, einige Arten enthalten jedoch erhöhte Mengen an Schadstoffen wie Quecksilber.
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meiden: Hai, Schwertfisch, Thunfisch (insbesondere roh oder häufig)
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bevorzugen: Lachs, Hering, Sardinen
Hier gilt: lieber gezielt auswählen als komplett verzichten.
Alkohol und koffeinhaltige Getränke
Beim Thema Alkohol ist die Fachlage eindeutig:
Es gibt keine sichere Menge in der Schwangerschaft.
Alkohol kann die Entwicklung des Babys beeinträchtigen – auch in kleinen Mengen.
Sind alkoholfreie Getränke erlaubt?
In vielen Fällen wird angenommen, dass alkoholfreie Getränke vollständig erlaubt sind. Was jedoch nicht ganz so bekannt ist, ist das beispielsweise ein alkoholfreies Bier laut Gesetzgebung immer noch bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten darf, weshalb diese Getränke nicht zu empfehlen sind. Allerdings sind einige Unternehmen dazu übergegangen, 0,0-prozentiges Bier herzustellen, das somit auch von schwangeren und stillenden Frauen genossen werden kann.
Koffein muss nicht ganz gemieden werden sollte aber eingeschränkt werden:
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Kaffee, schwarzer und grüner Tee nur in Maßen
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Energydrinks meiden
Viele Frauen reagieren in der Schwangerschaft sensibler auf Koffein, was sich in Unruhe oder Schlafproblemen zeigen kann.
Video: Die Gefahr bei Alkohol in der Schwangerschaft
Länge: 2 Minuten
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Stark verarbeitete Lebensmittel
Fertigprodukte, Fast Food und stark verarbeitete Snacks liefern oft viele Kalorien, aber wenig Nährstoffe.
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hoher Zucker-, Fett- und Salzgehalt
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Zusatzstoffe und Aromen
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geringe Sättigung
Gelegentliche Ausnahmen sind kein Problem – zur Basis einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft sollten sie jedoch nicht werden.
Zuckerreiche Snacks
Süßigkeiten liefern schnelle Energie, lassen den Blutzucker aber ebenso schnell wieder absacken. Das kann Müdigkeit, Heißhunger und Unwohlsein fördern.
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Kuchen, Süßigkeiten, süße Getränke
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besser: Obst, Nüsse, Joghurt mit Früchten
Auch hier gilt: Genuss ist erlaubt. Entscheidend ist das Maß – und das Gefühl, dem eigenen Körper damit wirklich etwas Gutes zu tun.

Getränke in der Schwangerschaft
Trinken wird in der Schwangerschaft oft unterschätzt, dabei ist es ein stiller Schlüssel für Wohlbefinden, Verdauung und Kreislauf. Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft endet nicht auf dem Teller – sie setzt sich im Glas fort. Flüssigkeit transportiert Nährstoffe, unterstützt das steigende Blutvolumen und hilft, typische Beschwerden wie Verstopfung oder Kopfschmerzen abzumildern.
Empfohlene Trinkmenge
Der Flüssigkeitsbedarf steigt in der Schwangerschaft leicht an. Als grober Richtwert gelten:
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1,5 bis 2 Liter pro Tag, bei Hitze oder Bewegung entsprechend mehr
Durst ist ein Signal – aber kein perfekter Ratgeber. Viele Schwangere trinken zu wenig, ohne es zu merken. Ein hellgelber Urin ist ein gutes Zeichen für eine ausreichende Versorgung.

Wasser und ungesüßte Tees
Wasser ist und bleibt das beste Getränk. Es ist kalorienfrei, überall verfügbar und gut verträglich.
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Leitungs- oder Mineralwasser
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still oder sprudelnd, je nach Verträglichkeit
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ungesüßte Kräuter- und Früchtetees
Vorsicht bei bestimmten Kräutertees: Nicht alles „Natürliche“ ist automatisch unbedenklich. Mischungen mit unbekannter Zusammensetzung oder hoch dosierte Kräuterextrakte sollten eher gemieden werden.
Welcher Tee kann getrunken werden?
Welchen Tee darf/sollte ich trinken? In der Schwangerschaft bieten sich ungesüßte Früchte- und Kräutertees ganz hervorragend zum Durst löschen an. Andere Teesorten helfen bei Beschwerden. So ist zum Beispiel Zitronenmelissentee in stressigen Situationen sehr hilfreich, während Frauenmantel bei Übelkeit hilft. Im Handel gibt es auch speziell zusammengestellten Schwangerschaftstee.
Dagegen sollten grüner, schwarzer und Mate-Tee lediglich in Maßen zu sich genommen werden, da diese Sorten Koffein enthalten. Andere Tees genießt man am besten gegen Schwangerschaftsende, da sie dabei helfen können, die Wehen in Gang zu setzen. Dazu gehört zum Beispiel Himbeerblättertee. Dementsprechend dürfen diese Teesorten keinesfalls zu früh getrunken werden, weshalb eine vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt unbedingt zu empfehlen ist.
Kaffee, schwarzer und grüner Tee
Koffein ist erlaubt – aber in begrenzter Menge. Empfohlen werden maximal 200 mg Koffein pro Tag, was etwa ein bis zwei Tassen Kaffee entspricht.
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Kaffee, schwarzer und grüner Tee zählen zusammen
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koffeinhaltige Softdrinks mit einrechnen
Viele Frauen berichten, dass sie Koffein in der Schwangerschaft schlechter vertragen. Unruhe, Herzklopfen oder Schlafprobleme sind Hinweise, die eigene Grenze ernst zu nehmen.
Zudem darf hier nicht vergessen werden, dass beispielsweise auch in Kakao, Cola und Zartbitter-Schokolade Koffein enthalten ist. Schwangere sollten keinesfalls zu viel davon zu sich nehmen, da es sonst zu einer verringerten Durchblutung des Mutterkuchens kommen kann, sodass ein deutlich höheres Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt besteht.
Alternativ bietet sich entkoffeinierter Kaffee an, der, in größeren Mengen getrunken, jedoch oftmals Magenbeschwerden hervorruft. Besonders mild, magenschonend und noch dazu vollständig koffeinfrei, ist Getreidekaffee.
Süßgetränke und Energydrinks
Gezuckerte Getränke liefern viel Energie, aber kaum Nährstoffe. Sie lassen den Blutzucker schnell ansteigen und ebenso schnell wieder abfallen.
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Limonaden und Eistees nur gelegentlich
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Energydrinks besser ganz meiden
Gerade Energydrinks enthalten hohe Mengen an Koffein und Zusatzstoffen – eine Kombination, die in der Schwangerschaft keinen Mehrwert bietet.
Welche Getränke helfen bei Übelkeit und Sodbrennen?
Bei Übelkeit und Sodbrennen in der Schwangerschaft bieten sich vor allem stilles Wasser oder beruhigende Kräutertees, wie zum Beispiel Kamillen-, Kümmel- und Fencheltee, an. Zudem hilft es, sich so viel wie möglich zu entspannen. Oftmals wird auch zu Ingwertee geraten.
Bei Übelkeit und/oder Sodbrennen sollte am besten komplett auf Getränke mit Kohlensäure und Koffein verzichtet werden.
Bei Sodbrennen hilft zumeist auch ein Glas Milch oder ein Naturjoghurt, das direkt nach dem Essen zu sich genommen wird.
Was sollte nicht getrunken werden?
Es gibt Getränke, die in einer Schwangerschaft besser gemieden werden. So ist zum Beispiel vom Genuss von Rohmilch besser abzusehen, da sich darin Krankheitserreger befinden können, die das Kind schädigen.
Bei Energy-Drinks und Cola muss auf das enthaltene Koffein geachtet werden; die pro Tag maximal empfohlene Menge ist nicht zu überschreiten.
In Schwarztee, grünem sowie weißem Tee und Kaffee ist nicht nur Koffein, sondern ebenfalls Theobromin enthalten. Hierbei handelt es sich Nervengifte, weshalb am Tag nicht mehr als eine Tasse davon getrunken werden darf. Das gilt selbst dann, wenn der Körper der Mutter bereits an die Alkaloide gewöhnt ist.
Oftmals nicht bedacht wird, dass in Bitterlemon-Getränken sowie in Tonic Chinarinde enthalten ist; diese kann Wehen auslösen, weshalb hierauf verzichtet werden sollte.
Außerdem ist während Schwangerschaft und Stillzeit ebenfalls ein vollständiger(!) Verzicht auf alkoholische Getränke angesagt. Man weiß heute nämlich, dass schon kleine Mengen Alkohol können in bestimmten Schwangerschaftsphasen zu Missbildungen beim Kind führen.
Süße Getränke verdrängen wichtige, benötigte Nährstoffe und belasten außerdem die Energiebilanz. Dazu zählen beispielsweise Limonaden. Doch auch Zuckeraustauschstoffe sowie synthetische Süßstoffe sind nicht ohne, denn sie belasten die Leber.
Sind isotonische Getränke eine gute Wahl?
Isotonische Getränke wurden eigentlich für Sportler hergestellt, damit diese bei starkem Schwitzen ihren Mineralhaushalt schnell ausgleichen können und erneut Energie enthalten. Zwar wird in verschiedenen Quellen oftmals behauptet, dass schwangere Frauen auf isotonische Getränke komplett verzichten müssen, doch das ist so nicht immer richtig.
Beachtet werden muss jedoch, dass eine große Anzahl an Isogetränken nicht nur eine hohe Anzahl an Kalorien enthalten, sondern oftmals auch mit Taurin oder Koffein versetzt sind. Taurin sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht zu sich genommen werden.
Sind kalte Getränke schädlich?
Kalte Getränke schaden laut gängiger Meinung nicht, jedenfalls nicht sonderlich; auch wenn gerne behauptet wird, dass sich diese für das Baby wie eine kalte Dusche anfühlen. Das ist jedoch schlichtweg falsch, denn zwischen Gebärmutter und Magen besteht keinerlei Verbindung. Dazu kommt, dass gekühlte Getränke, und im Übrigen auch Speiseeis, sehr schnell Körpertemperatur annehmen; was auch bei warmen beziehungsweise heißen Getränken der Fall ist.
Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder nicht?
Das Thema Supplemente sorgt regelmäßig für Verunsicherung. Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft sollte grundsätzlich über Lebensmittel funktionieren – doch es gibt Ausnahmen.
Wann Supplemente notwendig sind
Für bestimmte Nährstoffe ist es schwer, den Bedarf allein über die Ernährung zu decken. Dazu zählen insbesondere:
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Folsäure
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Jod
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Vitamin D (vor allem bei wenig Sonnenlicht)
Hier besteht in vielen Fällen fachlicher Konsens, dass eine Ergänzung sinnvoll sein kann – vor allem zu Beginn der Schwangerschaft.
Ärztliche Rücksprache
Nicht jede Frau braucht das gleiche. Blutwerte, Ernährungsgewohnheiten und individuelle Risiken unterscheiden sich deutlich. Deshalb gilt:
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Supplemente nicht „auf Verdacht“ einnehmen
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Dosierung mit Ärztin oder Arzt abstimmen
Mehr ist nicht automatisch besser – auch wenn Produkte oft genau diesen Eindruck vermitteln.
Risiken von Überdosierungen
Vitamine und Mineralstoffe können bei zu hoher Zufuhr unerwünschte Effekte haben. Besonders fettlösliche Vitamine reichern sich im Körper an.
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unnötige Mehrfachpräparate vermeiden
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Kombiprodukte kritisch prüfen
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Werbeversprechen hinterfragen
Eine ausgewogene Ernährung bleibt die Basis. Supplemente sind Ergänzung, kein Ersatz.
Video: Nahrungsergänzungen in der Schwangerschaft
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Besondere Ernährungssituationen
Nicht jede Schwangerschaft verläuft unter „Standardbedingungen“. Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft muss auch individuelle Lebensweisen und gesundheitliche Besonderheiten berücksichtigen.
Vegetarische Ernährung
Eine vegetarische Ernährung kann in der Schwangerschaft gut funktionieren, erfordert aber Aufmerksamkeit.
-
Eisen, Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren im Blick behalten
-
Eiweißquellen gezielt kombinieren
-
regelmäßige Kontrollen sinnvoll
Wer sich gut informiert und bewusst isst, kann den Bedarf in vielen Fällen decken.
Vegane Ernährung
Vegan zu essen ist anspruchsvoller und fachlich umstritten, aber nicht grundsätzlich unmöglich. Entscheidend ist eine sehr gute Planung.
-
Vitamin B12 muss ergänzt werden
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Eisen, Jod, Kalzium, DHA kritisch prüfen
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engmaschige ärztliche Begleitung empfohlen
Hier gilt besonders: Eigenverantwortung ersetzt keine fachliche Begleitung.
Lebensmittelunverträglichkeiten
Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit oder andere Sensibilitäten können die Lebensmittelauswahl einschränken.
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Nährstoffverluste gezielt ausgleichen
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Ersatzprodukte bewusst auswählen
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bei Unsicherheit beraten lassen
Unverträglichkeiten sind kein Grund für Mangelversorgung – erfordern aber Struktur und viel Information.
Schwangerschaftsdiabetes
Ein Schwangerschaftsdiabetes stellt die Ernährung noch einmal stärker in den Fokus. Ziel ist es, den Blutzucker stabil zu halten.
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regelmäßige Mahlzeiten
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komplexe Kohlenhydrate bevorzugen
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Zucker und stark verarbeitete Produkte meiden
Viele Betroffene erleben, dass sich mit der richtigen Ernährung schnell stabile Werte einstellen lassen – ein gutes Beispiel dafür, wie wirkungsvoll Essen sein kann.
Häufige Fragen zur Ernährung in der Schwangerschaft (FAQ)
Rund um das Thema gesunde Ernährung in der Schwangerschaft tauchen immer wieder ganz ähnliche Fragen auf. Sie zeigen vor allem eines: Viele Schwangere möchten alles richtig machen – und sind dabei oft strenger mit sich als nötig.
Was tun bei Heißhunger in der Schwangerschaft?
Heißhunger ist häufig hormonell und durch Schwankungen im Blutzucker mitbedingt. Oft hilft es, regelmäßig zu essen und jede Mahlzeit mit Eiweiß und Ballaststoffen zu bauen (z. B. Joghurt + Nüsse + Obst oder Vollkornbrot + Ei). Wenn der Heißhunger sehr stark ist: bewusst eine kleine Portion einplanen, statt „wegzudrücken“ – das verhindert häufiges Nachsnacken.
Ist Fast Food gelegentlich erlaubt?
Gelegentlich ja – entscheidend ist das Gesamtmuster deiner Ernährung. Fast Food ist meist nährstoffarm, sehr salz- und energiereich und sättigt oft kurz. Wenn du es isst: lieber mit einem „Ausgleich“ (z. B. Salat/Obst am selben Tag) und nicht als Standardlösung.
Wie viel Gewichtszunahme ist normal?
Das ist individuell und hängt u. a. vom Ausgangsgewicht (BMI), Stoffwechsel und Verlauf ab. Wichtiger als fixe Zahlen ist eine stetige Entwicklung und dass du dich gut versorgt fühlst. Bei Unsicherheit lohnt sich ein kurzer Check mit Ärztin/Arzt oder Hebamme – besonders bei sehr schneller Zu- oder Abnahme.
Wie viel Koffein ist in der Schwangerschaft okay?
Als Orientierung gelten bis zu 200 mg Koffein pro Tag (entspricht grob 1–2 Tassen Filterkaffee – je nach Stärke). Rechne auch schwarzen/grünen Tee, Cola und Schokolade mit ein. Wenn du merkst, dass du unruhig wirst oder schlechter schläfst, ist weniger oft spürbar besser.
Welche Lebensmittel sollte man besser meiden?
Vor allem rohe tierische Produkte (z. B. rohes Fleisch/Rohwurst, roher Fisch/Sushi, Rohmilchprodukte, Speisen mit rohem Ei), weil sie Infektionen begünstigen können. Dazu kommen bestimmte Fischarten mit höherer Schadstoffbelastung (z. B. sehr quecksilberreiche Arten). Grundregel: lieber gut erhitzen und auf sichere Herkunft achten.
Reichen Nährstoffe über die Ernährung – oder sind Supplemente nötig?
Viele Nährstoffe lassen sich gut über Lebensmittel abdecken, aber bei einigen (z. B. Folsäure, oft auch Jod und Vitamin D) ist das nicht immer realistisch. Sinnvoll ist eine gezielte, nicht „wild gemixte“ Ergänzung. Am besten Dosierung und Auswahl mit Fachpersonen abstimmen – vor allem, wenn mehrere Präparate parallel genutzt werden.
Was ist bei vegetarischer oder veganer Ernährung besonders wichtig?
Vegetarisch klappt meist gut, wenn Eiweiß, Eisen und ggf. Omega-3 gezielt geplant werden. Vegan erfordert mehr Struktur: Vitamin B12 muss zuverlässig ergänzt werden, außerdem Jod, Eisen, Kalzium und DHA im Blick behalten. Regelmäßige Kontrollen sind hier sinnvoll, um Mängel früh zu erkennen.
Was tun bei Übelkeit oder Sodbrennen?
Bei Übelkeit helfen oft kleine, häufige Mahlzeiten, milde Speisen und eher kühle Lebensmittel. Bei Sodbrennen sind kleinere Portionen, weniger Fett, nicht direkt hinlegen und ein leicht erhöhtes Kopfteil nachts häufig wirksam. Wenn Beschwerden stark sind oder neu auftreten, ist medizinischer Rat sinnvoll.
Was bedeutet „nährstoffdicht essen“ ganz praktisch?
Nährstoffdicht heißt: viel Nährwert pro Kalorie. Praktische Kombis sind z. B. Haferflocken + Joghurt + Beeren, Vollkornbrot + Hummus + Gemüse, Linsensalat, Nüsse, Eier (durchgegart) oder fetter Seefisch in passenden Mengen. So bleibt die Energie stabil – und der „Snack-Strudel“ wird seltener.
Praktische Tipps für den Alltag
Theorie hilft nur begrenzt, wenn der Alltag dazwischenfunkt. Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft wird erst dann realistisch, wenn sie sich praktisch umsetzen lässt – auch an stressigen Tagen.
Essensplanung und Vorratshaltung
Ein kleiner Plan spart überraschend viel Energie.
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einfache Wochenplanung statt täglicher Entscheidungen
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Grundvorrat an haltbaren Lebensmitteln
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vorgekochte Portionen einfrieren
So fällt es leichter, spontan gute Entscheidungen zu treffen.
Kleine, regelmäßige Mahlzeiten
Große Portionen belasten oft den Magen. Besser verträglich sind:
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drei Hauptmahlzeiten und ein bis zwei Snacks
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gleichmäßige Abstände
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bewusste Pausen
Das stabilisiert den Blutzucker und beugt Heißhunger vor.
Gesunde Snacks für unterwegs
Wenn der Hunger kommt, kommt er meist plötzlich. Praktisch sind:
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Nüsse und Trockenfrüchte
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Obst
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Vollkorncracker
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Naturjoghurt
So vermeidest du, aus reiner Not zur erstbesten Option zu greifen.
Umgang mit Übelkeit und Sodbrennen
Diese Beschwerden gehören für viele Frauen zur Schwangerschaft dazu – müssen aber nicht einfach hingenommen werden.
Oben haben wir schon Getränke bei Sodbrennen empfohlen. Bewährt haben sich auch:
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kleine Portionen
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wenig Fett und stark Gewürztes
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nicht direkt nach dem Essen hinlegen
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kühle oder lauwarme Speisen bei Übelkeit
Manchmal hilft schon eine kleine Veränderung, um den Alltag deutlich angenehmer zu machen.
Fazit
Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft ist kein starres Regelwerk und kein Wettkampf um Perfektion. Sie ist ein Prozess, der sich an dich anpasst – an deinen Körper, deinen Alltag und deine Bedürfnisse.
Die wichtigsten Punkte in Kürze:
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Qualität schlägt Quantität
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regelmäßiges, ausgewogenes Essen unterstützt Mutter und Baby
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kleine Entscheidungen haben große Wirkung
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Genuss und Vernunft schließen sich nicht aus
Vertraue darauf, dass dein Körper viel kann – und unterstütze ihn mit guten Lebensmitteln, ausreichend Flüssigkeit und einer entspannten Haltung. Wenn Unsicherheiten bleiben oder besondere Bedingungen vorliegen, ist eine individuelle Beratung durch Ärztin, Arzt oder Ernährungsfachkraft immer sinnvoll.
Am Ende zählt nicht, ob jeder Tag „perfekt“ war, sondern ob du dich insgesamt gut versorgt, informiert und wohlfühlst. Genau das ist die beste Grundlage für dich – und für dein Baby.
Video zur Ernährung in der Schwangerschaft
Urbia geht mit einer Schwangeren auf Einkaufstour. Die Erlebnisse:
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Fun Facts zur Ernährung in der Schwangerschaft
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Nährstoffbedarf steigt stärker als Energiebedarf: Obwohl der Energiebedarf nur leicht steigt, kann der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen deutlich zunehmen.
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„Essen für zwei“ ist ein Mythos: In der ersten Hälfte der Schwangerschaft benötigt der Körper kaum zusätzliche Kalorien, erst gegen Ende etwa 200–300 kcal mehr pro Tag.
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Folsäure reduziert Neuralrohrdefekte: Ausreichende Folsäurezufuhr vor und zu Beginn der Schwangerschaft kann das Risiko schwerer Fehlbildungen deutlich senken.
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Übergewicht prägt metabolisch: Ernährungsumwelt im Uterus kann langfristig den Stoffwechsel des Kindes beeinflussen (metabolic imprinting).
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Zuckerreiche Getränke erhöhen Diabetes-Risiko: Schon drei süße Getränke pro Woche können das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes stark erhöhen.
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Partner-Ernährung macht Unterschied: Studien zeigen, dass eine gesunde Ernährung häufig leichter gelingt, wenn auch der Partner gesünder isst.
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Ballaststoffe mindern Verstopfung: Schwangerschaftshormonbedingte Verdauungsträgheit lässt sich oft durch ballaststoffreiche Ernährung lindern.
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