Koliken beim Baby belasten Eltern und KindAlle Neugeborenen weinen von Zeit zu Zeit, ein tägliches "Weinpensum" von 2 Stunden gilt als völlig normal. Wenn Eltern sich über Koliken unterhalten, meint dies meist den hilflosen Versuch, ein vermehrtes Weinen des Babys innerhalb der ersten drei Monate zu beschreiben. Die Kinder sind schwer zu beruhigen, weinen scheinbar ohne Grund - eine Ursache ist nicht feststellbar. Wir schildern mögliche Auslöser, woran man Koliken beim Baby erkennt und was Linderung verschaffen kann.

Ursachen von Koliken

Warum hat mein Baby Koliken? Ein Neugeborenes ist in seinem Sprachschatz noch sehr eingeschränkt. Somit weiß niemand, woran die schreienden Babys wirklich leiden und warum diese Schreiphasen typischerweise nach drei Monaten aufhören. Es wird vermutet, dass die Umstellung von der Nabelschnurernährung durch die Mutter auf das körpereigene Verdauungssystem "Umstellungsschwierigkeiten" mit sich bringt. Manche Kinder sind davon stärker betroffen und schreien besonders häufig.

 
 

Symptome - wie erkenne ich Koliken?

Wie diagnostiziere ich nun Koliken? Von Koliken sprechen Eltern, wenn ihr Baby in der ersten Zeit seines Lebens (es beginnt oft mit einem Lebensalter von 2-4 Wochen) tagtäglich stundenlang weint (schreit!), ruckartig strampelt, die Beine anzieht und/oder dabei einen harten Stuhlgang hat. Das Baby ist während dieser Schreiphasen nicht zu beruhigen, der Bauch fühlt sich nach Blähungen an.

Tapfer bleiben!

Ein anhaltend schreiendes Baby ist eine große psychische Belastung für die Eltern. Viele von uns neigen dazu, einen Schuldigen für einen misslichen Umstand zu suchen. Dabei kann der Zorn leicht das Baby treffen. Bevor Mama oder Papa ebenfalls einen Nervenzusammenbruch erleidet, sollte man sich eine Auszeit nehmen. Wechseln Sie sich bei der Betreuung des schreienden Babys ab, es bringt nichts, wenn immer beide leiden. Eventuell kann Oma oder die nette Nachbarin eine Schicht übernehmen. Danach können Sie sich ihrem Baby auch leichter liebevoll zeigen. Man führe sich immer vor Augen, dass diese Schreizeit zeitlich in den aller-, aller-, allermeisten Fällen nach wenigen Wochen/3-Monaten beendet ist.

Was hilft gegen Koliken?

Was kann ich gegen die Koliken meines Babys tun? Bevor wir auf Hausmittel und Tipps gegen Koliken eingehen, ein Hinweis vorab: Viele Babys schreien jeden Abend. Einige Ärztinnen vermuten, dass damit ein psychologischer Spannungsabbau erreicht wird. Die Vielfalt der Außenreize würde so vom kleinen Babygehirn verarbeitet. Statt auf Blähungen zu behandeln, wäre dann eine Abschirmung des Babys sinnvoller, die Reduzierung von Außenreizen. Eltern können probieren, ihr Baby zu pucken und es immer dicht bei sich zu halten.

Nun aber zu den Maßnahmen gegen Koliken:
Jedes Baby reagiert unterschiedlich, probieren Sie einfach aus, was bei Ihrem Baby am besten wirkt!

  • Wärme auf dem Bauch mittels Kirschkern-Kissen oder Warmflasche.
  • Blähungsöl (Vier-Winde) zum Einreiben des Babybauches. Dabei im Uhrzeigersinn kreisen. Tipps zur Babymassage liefert das folgende Video:
  • Magen-Tee (beliebte Mischung: Fenchel, Kümmel, Anis).
  • Tragen des Babys im Fliegergriff.
  • Bewegen des Babys - im Kinderwagen, im Auto ...
  • Rülpsen: Ihr Baby sollte nach jeder Mahlzeit aufstoßen können.
  • Ruhe bei den Mahlzeiten.
  • Abstand zwischen den Mahlzeiten einhalten (mindestens 2 Stunden). Damit eine Mahlzeit zunächst in Ruhe zu Ende verdaut werden kann.
  • Bei Flaschenkinder: Spezialnahrung zur Vermeidung von Koliken nehmen.
  • Bei Stillkindern: Probieren Sie eine Umstellung der Ernährung der Mutter. Manche Gewürze, Kuhmilch, Zwiebeln, Kreuzblütler-Gemüse (Kohlsorten, Brokkoli) oder Bohnen stehen im Verdacht, Blähungen beim Baby auszulösen.
  • Schützen Sie das Baby vor Zigarettenrauch.
  • Homöopathie bei Koliken: Gerne genommen wird Chamomilla-Globuli (Kamille). Darüber hinaus liest man von Hilfe durch Kümmelzäpfchen und Windsalbe. Wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit fehlen aber bisher.

Beruhigendes erzählt die Kinderärzting im folgenden Video:

Wann sollten Sie einen Arzt bzw. eine Ärztin aufsuchen?

Sind Koliken sonderlich ernst zu nehmen, sind diese gar gefährlich? Eigentlich nicht, aber bei Vorliegen der folgenden Symptome sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Dann sollte rasch ein Kinderarzt auf das Baby schauen!

  • Schaumiger oder spritziger Stuhlgang (mögliches Symptom für Milchunverträglichkeit)
  • Sehr harter Stuhlgang beim Baby
  • Wenn das Baby immer nach jeder Mahlzeit schreit

Weite Ratschläge zu Koliken werden hier im Forum diskutiert.

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