Vorab zur Beruhigung: Dass Neugeborene in den ersten Wochen nach der Geburt gut zwei Stunden am Tag schreien, ist absolut normal. Von einem Schreibaby spricht man erst, wenn ein Baby mindestens drei Tagen in der Woche länger als drei Stunden pro Tag schreit und das über drei Wochen hinweg. Diese "Dreierregel" wurde schon Mitte des letzten Jahrhunderts vom Kinderarzt Morris Wessel aufgestellt. Betroffene Eltern sollten körperliche Ursachen ausschließen, die Selbstregulation des Babys fördern und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Anhaltendes Schreien im Säuglingsalter tritt nicht selten auf: Laut Wikipedia sind etwa 16 bis 29 Prozent aller Säuglinge sind in den ersten drei Lebensmonaten betroffen. Bei etwa 8 Prozent schreit das Baby übermäßig über den dritten Monat hinaus. Ausdauerndes Schreien beginnt zumeist um die zweite Lebenswoche, geht aber in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nach drei bis vier Monaten zurück. 

Eltern von Schreibabys werden oft von Hilflosigkeit und Verzweiflung befallen. Diese überträgt sich auf das Baby und setzt so einenTeufelskreis in Gang. Wie kann dieser durchbrochen werden? Zunächst gilt es, bestimmte Ursachen auszuschließen bzw. zu behandeln.

Mögliche Ursachen

Bitte lassen Sie sich von folgenden Auflistung keine Angst einjagen. Sie werden der Vollständigkeit halber aufgelistet. Vermuten Sie eine der Störungen bei Ihrem Baby, klären Sie diese bitte mit Ihrem Arzt ab.

  • Verdauungsstörungen
    Umgangssprachlich wird das Phänomen oft "Dreimonatskoliken" genannt. Diese können auf Krankheiten des Magen-Darm-Traktes wie Darmentzündung, Verstopfung, Einstülpung des Darms oder Kuhmilchproteinintoleranz beruhen. Manchmal (!) treten dann schleimig-blutige Durchfälle, Erbrechen oder Austrocknungserscheinungen auf. Eine Studie des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (Dimdi) in Köln kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass nur bei fünf bis zehn Prozent der Schreibabys eine Magen-Darm-Störung nachgewiesen werden kann.
  • Andere Krankheiten
    Diese wären zum Beispiel: Infektionen der Atem- oder Harnwege, Mittelohrentzündungen oder das Kiss-Syndrom, eine Fehlstellung der Hals-Wirbelsäule.
  • Psychologische Faktoren
    Manchmal finden sich in den Familien von Schreibabys psychosoziale, organische und pränatale Belastungsfaktoren innerhalb der Familie. 
  • Problem Selbstregulation
    Das vermehrte Schreien kann auf Selbstregulationsstörungen der Babys hindeuten. Bei diesen Kindern wird das Schreien dann auch nach der Dreimonatsfrist nicht merklich weniger. 

Was tun?

Auf keinen Fall sollten Eltern ihr Kind allein schreien lassen, bis es eingeschlafen ist. Nutzen Sie die folgenden Hilfen:

  • Professionelle Hilfe
    Fachliche Eltern-Kind-Beratung bzw. -Therapie hat sich als probates Mittel erwiesen. Es hilft betroffenen Eltern schon, über ihre Probleme und den daraus resultierenden Gefühlen mit professionellen Beratern zu sprechen. Vorrangiges Thema dieser Gespräche sind die Interaktion zwischen Eltern und Kind, verbunden mit dem Aufzeigen von alternativen Interpretationen des kindlichen Verhaltens. Allein dieses kann zu spürbarer Entlastung bei Mama und Papa führen.
    Stattdessen oder ergänzend finden sich in Schrei-Ambulanzen und Beratungsangeboten der "Frühen Hilfen" geschulte Kräfte, die Tipps zum Umgang mit Schreibabys geben. Diese Angebote finden sich vor allem in größeren Städten.
  • Bei Regulationsstörungen
    Wenn Sie bei Ihrem Kind eine verminderte Selbstregulationsfähigkeit feststellen, helfen Sie ihm mit regelmäßigen Tagesabläufen und dem Vermeiden unnötiger Reize. Körperkontakt, gerne Haut an Haut und positive Zuwendung tun ihr übriges. Meiden Sie abendliche Aktivitäten außer Haus.
  • Bei Verdauungsstörungen und anderen Krankheiten
    Besprechen Sie die Probleme mit Ihrem Kinderarzt. Siehe auch auf Baby-Welten.de: Blähungen Koliken Unverträglichkeiten, Was tun bei Verstopfung?


 

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Dies war ein Beitrag aus dem Baby-Welten-Magazin

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