Bauch in der Schwangerschaft

Schwangerschaft-Eisenmangel: Ursachen, Symptome erkennen

Während der Schwangerschaft ist eine ausgewogene Ernährung als vorbeugende Maßnahme gegen Mangelerscheinungen unerlässlich. Aber nicht immer lässt sich der Mehrbedarf an Vitaminen und Mineralstoffen über die normale Ernährung decken: Neben Jod und Folsäure ist die Versorgung mit dem Spurenelement Eisen häufig unzureichend. Doch mit welchen Symptomen geht ein Eisenmangel einher, wie lässt er sich behandeln und welche Eisenwerte sind während der Schwangerschaft optimal?

Punkt 1

Funktion von Eisen im Körper

Das über die Nahrung aufgenommene Eisen gelangt mithilfe des in der Leber produzierten Trägerstoffs Transferrin ins Knochenmark, wo es aktiv an der Bildung neuer roter Blutkörperchen beteiligt ist. Zudem dient Eisen der Anreicherung von Sauerstoff in den Muskeln und der Energieversorgung. Im Gehirn sorgt das Spurenelement für die Fertigung verschiedener Botenstoffe, die für die Reizweiterleitung verantwortlich sind.

Punkt 2 

Wodurch entsteht Eisenmangel?

Einen Eisenmangel kann der Körper weitgehend selbstständig abfedern. Ausgediente Blutkörperchen werden mithilfe von Fresszellen in der Milz und Leber abgebaut. Das darin enthaltene Eisen scheidet der Körper nicht aus, sondern verwertet es weiter. Ein gesunder Mensch verliert durch minimale Blutungen und Zellverluste täglich nur etwa ein Milligramm des Spurenelements. Ein erhöhter Bedarf tritt zeitweilig bei Frauen aufgrund der regelmäßigen Monatsblutung auf. Und es gibt weitere Gründe für Eisenmangel während der Schwangerschaft.

Punkt 3 

Der Eisenbedarf pro Tag

Wie viel Eisen der Organismus pro Tag benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren wie Alter und Geschlecht ab.

Für Frauen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren wird die tägliche Aufnahme von rund 15 Milligramm Eisen empfohlen.

Ein erhöhter Bedarf entsteht im Zuge diverser Krankheiten, aber auch im Falle einer Schwangerschaft.

Für Schwangere ist die tägliche Aufnahme von 30 Milligramm pro Tag ratsam, um einer Unterversorgung und einer möglichen Eisenmangel-Blutarmut vorzubeugen.

Verantwortlich für den hohen Bedarf ist die Entwicklung der Plazenta, die Versorgung des ungeborenen Kindes und eine vergrößerte Gebärmutter. Ein erhöhter Verbrauch von Eisen ist tatsächlich nicht über die gesamte Schwangerschaft vorhanden. Während sich der Eisenbedarf in der ersten Schwangerschaftshälfte noch problemlos über die Nahrung decken lässt, greifen Schwangere in der zweiten Hälfte häufig auf spezielle Eisenpräparate zurück. Da ein Baby sämtliche Nährstoffe über die Muttermilch aufnimmt, erhöht sich auch der tägliche Bedarf stillender Mütter auf 20 Milligramm Eisen pro Tag.

Paracelsus: Die Dosis macht das Gift

Doch nicht nur eine Mangelversorgung, auch ein Überschuss an Eisen führt zu gesundheitlichen Risiken. Das Mehr an Eisen sorgt für die Entstehung von Bluthochdruck, zudem reichert sich das Spurenelement in Organen an. Starke Ablagerungen führen unweigerlich zur nachhaltigen Schädigung der Organe.

Vor der selbstständigen Einnahme von Eisen-Präparaten sollte daher die Erörterung des Eisenspiegels im Blut durch einen Arzt erfolgen.

Punkt 4

In diesen Lebensmitteln steckt Eisen

Eisenmangel: wo ist Eisen drin? Grundsätzlich ist Eisen überwiegend in Fleisch enthalten. Auch befindet sich in Fleisch der rote Blutfarbstoff Hämoglobin. Eisen aus dieser Quelle kann der Körper besonders gut verwerten.

Pflanzliches Eisen ist für den Menschen generell nicht gut verwertbar, wodurch vor allem Vegetarierinnen während einer Schwangerschaft häufig zu Eisen-Präparaten zurückgreifen.

Grundsätzlich hängt die Bioverfügbarkeit von Eisen von der Zusammensetzung der Ernährung ab, da sich diverse Lebensmittel untereinander beeinflussen. Zu den Stoffen, welche die Eisenaufnahme im Darm durch die Bindung von Eisen hemmen, zählen etwa Oxalsäure (in Spinat, Kakao, Rhabarber), Tannine (in Rotwein, grünem Tee), Phosphate oder Phytat (in Getreide). Auch Produkte aus Soja, Kaffee sowie Milch- und Weizenprodukte stören die Resorption von Eisen.

Wer seinen Bedarf hauptsächlich durch pflanzliche Kost deckt, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Ascorbinsäure (Vitamin C) achten, da es die Eisenaufnahme verbessert.

Folgende Lebensmittel sind gute Lieferanten für Eisen:

  • Rotes Fleisch
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Eier
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse
  • Vollkorn, etwa Haferflocken und Hirse
  • Früchte, vor allem Aprikosen, Trauben, Kirschen
  • Gemüse, etwa Rüben, Fenchel, Bohnen, Erbsen, Brokkoli, Spinat

 Punkt 5

Optimaler Eisenwert in der Schwangerschaft

Die Bestimmung der Eisenwerte erfolgt regelmäßig durch den behandelnden Frauenarzt. Ausschlaggebend ist der Hämoglobin- und Eisenwert im Blut.

Mit Werten von 12 bis 16 Gramm Hämoglobin pro Deziliter Blut sowie Werten von 10 bis 200 Mikrogramm Eisen pro Liter Blut befindet sich alles im grünen Bereich.

Wann liegt ein Eisenmangel in der Schwangerschaft vor?

Eine Eisenmangel-Anämie liegt vor, wenn der Hämoglobin-Wert auf unter 11 Gramm pro Deziliter Blut fällt. Während der Schwangerschaft ist ein kurzzeitiger Abfall dieser Werte nicht unüblich. Seinen Tiefpunkt erreicht der Hämoglobin-Wert in der Regel zwischen der fünften und sechsten Schwangerschaftswoche.

Punkt 6

Symptome eines Eisenmangels – Folgen für das ungeborene Kind

Während einer Schwangerschaft treten im Zuge einer Eisenmangel-Anämie die typischen Symptome, doch in veränderter Intensität auf. Durch die herabgesetzte Immunabwehr während eines Eisenmangels besteht das erhöhte Risiko für Infektionen, die sich negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken können.

Zu den typischen Symptomen einer Anämie gehören:

  • Intensive Müdigkeit
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Brüchige Fingernägel und Haarausfall
  • Atemnot und Brustschmerzen
  • Sehprobleme
  • Depressionen
  • Schwächegefühl und fehlende Ausdauer
  • Reizbarkeit
  • Herzrasen
  • Schlafstörungen
  • Leistungsminderung und Konzentrationsschwäche

Durch die geringen Blutreserven besteht die Notwendigkeit von Bluttransfusionen während der Schwangerschaft. In Entwicklungsländern trägt diese Begebenheit zu einer hohen Müttersterblichkeit bei, da sich der hohe Blutverlust bedingt durch die Eisenmangel-Anämie nicht ausgleichen lässt. Für das Kind besteht das Risiko einer Frühgeburt und eines zu niedrigen Geburtsgewichts. Neben einem beeinträchtigten Gesundheitszustand kann eine Unterversorgung durch Eisen zu nachhaltigen Störungen der Gehirnentwicklung und damit einhergehenden kognitiven Störungen führen.

Punkt 7 

Therapiemöglichkeiten bei akutem Eisenmangel

Ein Eisenmangel birgt große Risiken für das ungeborene Kind. Es gilt, prophylaktische Maßnahmen zur Vermeidung eines Eisenmangels zu ergreifen. Frühzeitig erkannt kann die Behandlung durch spezielle Eisen-Präparate in Form von Tabletten erfolgen.

Die Dosierung richtet sich dabei nach den vorliegenden Hämoglobin- und Eisenwerten im Blut und deren Interpretation durch den Arzt.

Empfohlen ist die nüchterne Einnahme der Präparate. Als Nebenwirkungen von Eisentabletten können ein verfärbter Stuhl, Übelkeit, Verstopfung oder Magenkrämpfe auftreten. In den meisten Fällen sind flüssige Präparate besser bekömmlich. Alternativ bietet sich die Eisen-Infusion zur Behandlung einer akuten Unterversorgung an. Zum Einsatz kommt die umstrittene Therapiemaßnahme, wenn vorherige Maßnahmen keine Wirkung erzielten.

Auch für das Kind ist die Gewährleistung einer ausreichenden Eisen-Versorgung unerlässlich, um eine positive Entwicklung des Kindes sicherzustellen. Die Versorgung erfolgt in den ersten Monaten über die Muttermilch, sodass auch stillende Mütter von Eisen-Präparaten profitieren können. Als sinnvoll kann sich die Gabe von Eisen-Präparaten bei frühgeborenen Kindern ab der achten Lebenswoche erweisen. Dies sollte aber stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Punkt 8

Videos zum Thema

Grundlagen Eisenmangel in der Schwangerschaft

Länge: 4 Minuten

Ernährungstipps bei Eisenmangel in der Schwangerschaft

Länge: 2 Minuten

Punkt 9

Rund ums Thema Ernährung

Folsäure in der Schwangerschaft

Sie brauchen nun mehr FolsäureWas ist Folsäure und welche Bedeutung hat sie für die Ernährung in der Schwangerschaft?

Folsäure ist ein Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es findet sich in zahlreichen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, so z.B. in Leber, Vollkornprodukten, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Rote Beete und grünem Blattgemüse. Folsäure spielt eine elementare Rolle im menschlichen Stoffwechsel (u.a. der Zellteilung), bei der Blutbildung und im Nervensystem. 

Nährstoffe Schwangerschaft Stillzeit

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Wichtige Nährstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit

Damit sich das Kind im Mutterleib und während der ersten Monaten nach der Geburt körperlich und geistig entwickeln kann, benötigt es eine Vielzahl an Nährstoffen. In dieser Zeit ist es daher besonders wichtig, dass sich (werdende) Mütter gesund und ausgewogen ernähren, um ausreichende Menge aller Vitamine, Mineralstoffe und weitere Lebensmittelbestandteile an das Kind weitergeben zu können. Zur Befriedigung des erhöhten Bedarfs kann es manchmal auch sinnvoll sein, einzelne Nährstoffe zu ergänzen.

 

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