Die erste Mahlzeit kann chaotisch endenFür die erste Mahlzeit empfiehlt es sich, ein fertiges Gläschen zu kaufen. Zu klein sind die Anfangsmengen, als dass sich Selbst-Kochen lohnt. Außerdem haben die Anfangsbreie im Glas eine geeignete Konsistenz. Der am häufigsten verwendete Brei für die erste Mahlzeit ist Karottenbrei. Karotte schmeckt den meisten Babys und lässt sich gut mit weiteren Gemüsesorten und später mit Fleisch kombinieren.

Wenn Sie als erste Mahlzeit mit einem Obstbrei beginnen, gewöhnt sich Ihr Baby vielleicht zu sehr an den süßen Geschmack und verweigert später die herzhaften Geschmacksrichtungen. Für Säuglinge ist es etwas völlig Ungewohntes, von einem Löffel zu essen und muss erst gelernt werden. Anfangs schiebt die kleine Zunge gerne das meiste Essen wieder raus oder spuckt es durch die Gegend. Halten Sie einen Fotoapparat bereit, denn der Gesichtsausdruck Ihres Babys wird sicher sehr lustig sein, wenn es die erste "Ladung" im Mund hat.

Es gibt Babys, die bereits nach dem ersten Löffel nicht genug bekommen und das Essen sehr schnell lernen. Andere wiederum tun sich schwerer (siehe auch unsere Tipps bei Verstopfung) - dann heißt es Geduld bewahren, immer wieder aufs Neue anbieten und probieren lassen. Irgendwann hat sich jedes Baby an die Löffelkost gewöhnt und selbst der größte Kostverächter einen Lieblingsbrei entdeckt.

Tipps zur Beikosteinführung und Beikost Rezepte zum Selberkochen findet ihr im folgenden Video:

An die Löffel, fertig, los!!!

Checkliste: Tipps und Tricks beim Füttern eines Babys

  • Setzen Sie Ihr Baby in eine halbaufrechte Position. Dafür eignen sich beispielsweise Babywipper oder Hochstühle, die nach hinten klappbar sind und natürlich der Schoß eines Erwachsenen.
  • Legen Sie einen (möglichst großen) Latz umdas Baby und machen Sie sich selbst eine Schürze um oder ziehen Sie sich alte Kleidung an. Der Brei legt beim Füttern oft erstaunliche Strecken durch die Luft zurück und Karottenflecken sind hartnäckig….
  • Nehmen Sie den Brei mit einem sauberen Löffel aus dem Gläschen und erwärmen Sie das Essen entweder im Wasserbad oder in der Mikrowelle. Der Brei sollte immer nur einmal erwärmt werden!!!
  • Erwärmen Sie beim ersten Füttern nur eine sehr kleine Menge (ca. 3-7 Löffel).
  • Gläschen sollten nach dem Öffnen nur drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Zum Essen können Sie Ihrem Baby ungesüßten Tee oder abgekochtes Wasser anbieten. Am besten ist es, wenn das Baby gleich aus der Trinklerntasse trinkt - das Saugbedürfnis wird an der Brust, durch den Schnuller oder die Milchflasche ausreichend befriedigt!
  • Es ist schwierig, Fleisch selbst zu pürieren. Das gelingt meist nicht ordentlich. Leichter ist es, aus einem anderen Babybrei mit Fleisch einige Löffel beizumischen.
  • Babys wollen immer den Fütterlöffel greifen. Wenn Sie dem kleinen Schatz aber bereits einen Plastiklöffel (ohne scharfe Kanten!) in die Hand gedrückt haben, tritt dieses Problem nicht auf.
  • Einfrieren: Zumeist werden Sie viel zu viel für eine Babymahlzeit produzieren. Da drängt sich ein Einfrieren des Restbreis förmlich auf. Dann müssen Sie für die nächsten Essenszeiten nur noch in den Gefrierschrank greifen und die Wunschmenge auftauen. Damit das problemlos gelingt, hat es sich bewährt, den Brei im Eiswürfelzubereiter einzufrieren und nach einigen Stunden die einzelnen Breiwürfel in Plastiktüten zu separieren und verschlossen im Eisfach zu lagern. Dann können Sie bei jeder Mahlzeit, ganz nach Bedarf, ein bis zwei der Eiswürfel zubereiten.

Tipps zur ersten Mahlzeit findet ihr auch im folgenden Video:

Hier verläuft das erste Füttern eher ruhig:

Der weitere Beiskostplan

... könnte folgendermaßen aussehen. Es handelt sich um eine bewährte Nahrungseinführung. Achten Sie aber darauf, auf die Individualität Ihres Babys einzugehen: 

  • Wie gut nimmt es die Beikost an? Eventuell können Sie etwas langsamer oder schneller mit der Einführung vorgehen.
  • Welche Nahrung verträgt es gut? Bei welcher schläft es unruhig ...

Weitere Tipps:

  • Ist das Baby satt? Sie können in der Anfangszeit bei Bedarf immer zusätzlich stillen. Dann sollte aber etwas Zeit, ungefähr 20 Minuten zwischen Brei und Stillen liegen. Das Baby soll sich daran gewöhnen, dass es auch von Brei satt werden kann. 
  • Eine kleine Portion Gemüsebrei sättigt nicht lange, darum auf die Zwischenmahlzeiten achten.
  • Achten Sie immer auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (siehe "Babygetränke").
  • Wenn Sie kein Bläschen kaufen, achten Sie darauf, dass alles gut püriert ist. Siehe auch "Bio oder konventionell".

Und so könnte der Beikostplan letzendlich aussehen:

Woche 1 der Beikosteinführung

  • Morgens: Stillen oder Milchnahrung
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
  • Mittags: Karottenbrei - mit Milch ergänzen, bis Baby eine ganze Breimahlzeit isst
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
  • AbendsStillen oder Milchnahrung

Woche 2

  • Morgens: Stillen oder Milchnahrung
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
  • Mittags: Karottenbrei mit Kartoffeln
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
  • AbendsStillen oder Milchnahrung

Woche 3

  • MorgensStillen oder Milchnahrung
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
  • Mittags: Karottenbrei mit Kartoffeln und, wenn das Baby den Gemüsebrei gut verträgt, 2 bis 3 Mal die Woche Fleisch (20-30 Gramm Fleisch pro Mahlzeit bis zum Ende des ersten Lebensjahres). Empfehlenswert sind Rindfleisch, Lamm und Geflügelfleisch. Ein Pflanzenöl wie Rapsöl sollte dem Essen zur besseren Nahrungsaufnahme immer untergemischt werden. Siehe "Beikost Gemüse".
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
  • AbendsStillen oder Milchnahrung

Woche 4

  • MorgensStillen oder Milchnahrung
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Muttermilch oder Säuglingsmilch
  • Mittags: Gemüsebrei (eine weitere Sorte, siehe "Beikost Gemüse") mit Kartoffeln oder Reis oder Nudeln und wie gehabt 2 bis 3 Mal Fleisch pro Woche.
  • Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
  • AbendsStillen oder Milchnahrung

Woche 5 bis Woche Ende des zweiten Monats

MorgensStillen oder Milchnahrung
Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
Mittags: Gemüsebrei mit Kartoffeln, Nudeln oder Reis und 2 bis 3 Mal Fleisch pro Woche
Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
Abends: Milch-Getreidebrei, (zur Zubereitung siehe "Beikost Getreide"); Getränk: Wasser, ungesüßter Tee (siehe "Babygetränke")

Monat 3

MorgensStillen oder Milchnahrung
Zwischenmahlzeit nach Bedarf: Stillen oder Milchnahrung
Mittags: Gemüsebrei mit Kartoffeln, Nudeln oder Reis und 2 bis 3 Mal Fleisch pro Woche
Zwischenmahlzeit Getreide-Obst-Brei, siehe: Beikost Obst und Beikost Getreide, Getränk: Wasser, ungesüßter Tee, siehe Babygetränke
Abends: Milch-Getreidebrei; Getränk: Wasser, ungesüßter Tee

Ab Monat 4 der Beikosteinführung

MorgensStillen oder Milchnahrung
Zwischenmahlzeit Etwas Obst oder eine Kleinigkeit wie eine Reiswaffel
Mittags: Gemüsebrei mit Kartoffeln, Nudeln oder Reis und 2 bis 3 Mal Fleisch pro Woche
Zwischenmahlzeit Getreide‐Obst‐Brei
Abends: Milch-Getreidebrei, Getränk: Wasser, ungesüßter Tee

Das Kleinkind isst bei der Familie mit

Ungefähr ab dem zehnten Monat sind viele Babys (nach sanfter Einführung der Beikost) mit ihrem Verdauungsapparat in der Lage, an den normalen Tischmahlzeiten der Familie teilzunehmen. Die Einführung der Familienkost sollte ebenfalls schrittweise erfolgen. Zuerst ersetzen Sie eine Breimahlzeit, nach zwei Wochen die Zweite und nach weiteren zwei Wochen isst Baby bereits morgens, mittags und abends beim "normalen" Essen mit. Zwischendurch können Sie einen Brei, Obst, Milch etc. als Zwischenmahlzeit geben.

Fragen, Antworten und Anregungen von Leser:innen

Sibel

ich würde gerne für meine Tochter ( 6 Monate ) selbst kochen. Sie schafft aber keine großen Mengen. Kann man auch einfrieren, was muss ich da beachten?

Sylvia

Von meinem Kinderarzt weiß ich, dass man die frisch gekochten Vorräte bis zu max. 3 Monaten einfrieren kann.

Melanie

Ich koche immer größere Portionen und friere diese dann in Gläschen von Fertignahrung ein. So hat man immer genau abgemessene Portionen, die man einzeln aus dem Eisfach nehmen kann. Mein Sohn (auch 6 Monate) schafft meist ein Gläschen zum Mittag und dann noch ein paar Löffel Obst.

Zu lange eingefrorenes Gemüse verliert die Vitamine, also nicht länger als 3 Monate einfrieren.

Aber solange bleiben die Gläschen bei mir nie im Eisfach, da ich meist 10 Portionen koche und jeden Tag eine Portion auftaue bleiben sie auch nur höchstens 10 Tage im Eisfach.

Wenn du noch Rezepte brauchst, sag Bescheid, ich hab ein sehr schönes Babykochbuch.

Liebe Grüße Mel

Corinna

Der Titel vom Babykochbuch interessiert mich.
Ich koche immer vor und fülle das pürierte Gemüse in Eiswürfelformen, um sie einzufrieren. Wenn die Würfel gefroren sind, fülle ich sie in Gefrierbeutel um. So habe ich Miniportionen von jedem Gemüse und kann Menge und Zusammenstellung der Breimahlzeit einfach variieren.

Katja

Ich habe vor vier Tagen mit dem Zufüttern begonnen. Laut meinem Kinderarzt soll ich mindestens 3 Tage eine Gemüsesorte füttern und dann erst wechseln, um Allergien etc. zu erkennen. In allen Artikeln, Infobroschüren etc. steht jedoch, dass der Brei zunächst mit einer Gemüsesorte aufgebaut werden soll. Ich bin jetzt verunsichert. Was meint Ihr dazu? Lg Katja

Marek

Hallo Katja,

ich verstehe nicht ganz - da gibt es doch gar keinen Widerspruch, oder?

Kathja

Sorry, da habe ich mich wohl nicht richtig ausgedrückt. In den meisten Infobroschüren steht geschrieben, dass zunächst nur eine Gemüsesorte (z. B. Karotte) gefüttert werden sollte, da Babys noch keine Abwechslung benötigen. Danach sollte derselben Gemüsesorte Kartoffeln und später Fleisch zugefügt werden. Mein Kinderarzt hat allerdings empfohlen, zunächst etwa alle drei Tage eine andere Gemüsesorte auszuprobieren und dann erst Kartoffeln und Fleisch zu ergänzen. Meine Frage ist jetzt, ob es sinnvoll ist, meinem Kind alle 3 Tage ein anderes Gemüse anzubieten.

zdenka

Mein Sohn ist über 6 Monate alt und ich habe vor einen Monat angefangen mit dem Zufütern. Zuerst mit Karotte und eine Woche später mit Kartoffeln und ca. nach einer Woche mit Fenchel. Meine Hebamme hat zu mir gesagt, ich soll ca. eine Woche Abstand halten, um zu sehen, ob er die neue Nahrung verträgt. Ich glaube, es ist sinnvoll, einen Abstand einzuhalten, wegen der Verdauung und die Babys lieben die Regelmäßigkeit, auch beim Essen.
Ich hoffe, ich habe dir geholfen.
LG zdenka

Sonja

Werde als erstes Gemüse Zucchini füttern. Ich finde es nur komisch, dass von Zucchini nirgends die Rede ist. Ist doch auch eine der verträglichsten Gemüsesorten, im Gegensatz zu Kohlrabi (bläht doch oder?)

Falls er es mag, warte ich aber 2 Wochen, erst dann führe ich Weiteres ein, z. B. Kartoffeln oder Reis. Und nach weiteren 2 Wochen erst Fleisch.

PS: Das mit dem Einfrieren in Eiswürfelbehältern hab ich auch schon gemacht - mhhh ... lecker Zucchini

Lg Sonja

Mel

Ich habe mit Karotte angefangen. Die habe ich eine Woche gegeben und dann mit Kartoffel gemischt. Fleisch habe ich erst sehr spät zugefüttert. Brei mit Fleisch bekommt er auch jetzt nur 2-mal in der Woche.

Dann habe ich verschiedene andere Gemüsesorten jeweils eine Woche getestet. Danach habe ich zwischen den Gemüse/Kartoffelbreis abgewechselt. Luis wollte nicht eine Woche lang den gleichen Brei essen, er hat nach ein paar Tagen mit gleichem Brei immer einen Aufstand beim Essen gemacht. Sobald er ein anderes Gemüse bekommen hat, war alles in Ordnung. Also stimmt zumindest bei uns der Satz nicht, dass Babys keine Abwechslung brauchen.

@Corinna: Das Buch heißt :“Das BreikochBuch“ ist vom Köselverlag geschrieben von Marietta Cronjaeger.

Nino

Hallo!
Wir wohnen zur Zeit in Georgien. Meine Tochter ist heute 6 Monaten alt und möchten mit zufüttern anfangen. Unsere Ärztin hat uns gesagt: dass wir erst mit Getreide-Brei(Vormittags ) anfangen sollen, nach der ersten Woche dann Gemüse-Brei (Nachmittags), danach noch eine Woche später eine Mischung von Äpfeln, Naturjoghurt und Quark (Abends) weitermachen. Wie sollen wir das alles machen?

Tanja

Hallo Nino,

ich würde an eurer Stelle mit Gemüsebrei anfangen. Und immer gestaffelt ein neues Gemüse hinzufügen, damit man sieht, ob eure Tochter auf irgendeines der Gemüse negativ reagiert.

Iris

Ich koche alle Breie für unseren Sohn selber (Mittags, Zvieri [schweizerisch für „Imbiss am Nachmittag“], Abend). Den mittags und ab und zu den Zvieri Brei koch ich vor und friere es dann ein, mache aber immer nur so viele Portionen, dass es einige Tage auf Vorrat hat.
Klappt supper.
Lg Iris

Heike

Hallo, da ich hier des Öfteren gelesen habe, dass viele Fragen haben bezüglich des Selberkochens, so kann ich als Tipp empfehlen, mal bei den Krankenkassen nachzufragen. Es gibt Babybreikochkurse von Ernährungsberatern, die unter anderem auch von der Krankenkasse übernommen werden. Ich habe so einen Kurs besucht und die Ernährung meines Sohnes im 1. Lebensjahr war so einfach dann. Man braucht manchmal nur eine kleine Hilfe und dieser Kurs konzentriert sich auf die 3 Breie, Mittag Nachmittag Abend.

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