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Den Dachboden als Kinderzimmer ausbauen

Worauf Sie unbedingt achten sollten, um den Boden kindgerecht zu gestalten und welche Möglichkeiten es gibt

Für die Notwendigkeit einer Erweiterung der Wohnfläche gibt es viele Gründe: Vielleicht ändert sich Ihre berufliche Situation und Sie benötigen ein Arbeitszimmer, es steht Nachwuchs an oder es müssen Verwandte betreut bzw. gepflegt werden. Die verfügbaren Räume sind in den meisten Fällen jedoch begrenzt – und so muss neuer Platz geschaffen werden. Glück hat, wer in einem solchen Fall über einen geräumigen Dachboden verfügt. Dieser ist als Kinderzimmer oft ideal. Über ein eigenes Reich unter dem Dach freuen sich die Kids – sie haben dort einen Rückzugsraum „fernab“ der Eltern mit (bestenfalls) viel Platz für individuelle Ideen, entspanntes Lernen, Chillen und Spielen.

 
 

Punkt 1

Allgemeiner Umfang eines Dachbodenausbaus für Kinder

Unter dem Dach findet sich mitunter viel Potenzial für die Umsetzung zahlreicher Kinderzimmerideen. Der Ausbau ist jedoch keineswegs zu unterschätzen. Schauen Sie zunächst, ob die Maße es überhaupt zulassen, den Dachboden kindgerecht zu gestalten. Wichtig sind hier die Faktoren

  • Höhe,
  • Fläche und
  • Dachwinkel.

Mindesthöhe

Zwei Meter Stehhöhe sollten gegeben sein – und das nicht nur an der höchsten Stelle. Auch die Außenbereiche müssen schließlich nutzbar sein. Bei einer sehr flachen Dachschräge kann die Höhe unter der Voraussetzung einer großen Gesamtfläche zentral noch gut passen. Drum herum befindet sich dann aber oft zu viel nicht oder nur mit großen Einschränkungen nutzbarer Raum.

Statik

Außerdem ist natürlich zu prüfen, ob die Statik eine Verwendung als Wohnraum überhaupt zulässt. Erste Hinweise geben der offensichtliche Zustand der Balken und eventuelle verdächtige Geräusche beim Begehen des Bodenraums. Letztendliche Sicherheit bringt nur das Hinzuziehen eines Fachmanns. Dieser wird Sie zudem in Sachen Baugenehmigung, Bauvorschriften etc. beraten.

Baugenehmigung notwendig?

Eine offizielle Bauerlaubnis ist spätestens notwendig, wenn der Dachbereich durch umfangreichere Maßnahmen, wie zum Beispiel das Ansetzen eines Erkers, erweitert werden soll. Der Aufwand lohnt sich gerade bei älteren Häusern, denn mit einem breiter angelegten Ausbau bzw. Umbau gehen in der Regel nicht nur räumliche, sondern auch energetische Vorteile einher. Entsprechende Fördermaßnahmen erleichtern die Investition. Sämtliche Anträge müssen selbstverständlich bereits vor Baubeginn genehmigt sein.

Planung

Die Kosten sind dabei kaum zu pauschalisieren. Einsparungen können hier durch eine differenzierte Planung erzielt werden. Die Fragen sind unter anderem: Was muss sofort erledigt werden, welche Arbeiten können warten und kann ich eventuell Eigenleistungen erbringen?

Eigenleistung

Tatsächlich lässt sich vieles selbst erledigen – vorausgesetzt, das handwerkliche Geschick ist vorhanden. Einige Arbeiten sind jedoch unbedingt von Fachleuten zu verrichten. Dazu gehören die Installation der Elektrik, eventuelle Wasseranschlüsse bzw. –abläufe und natürlich alles, was mit der allgemeinen Sicherheit des Hauses in Verbindung steht.

Punkt 2

Ein Experte hilft an vielen Stellen

Bei größeren Projekten empfiehlt es sich, immer einen Architekten zurate zu ziehen. Das erleichtert Ihnen nicht nur die grundsätzliche Planung, sondern auch das Finden der passenden Firmen für spezielle Aufgaben. Sie müssen dabei aber selbstverständlich nicht alle anstehenden Arbeiten aus der Hand geben.

Der Experte wird mit Ihnen zusammen den optimalen Plan erstellen. So sparen Sie letztendlich Zeit und Geld. Außerdem bringt der Architekt Sie häufig auf ganz neue Ideen und zeigt Ihnen, worauf Sie bei den Maßnahmen besonders achten sollten, um auch längerfristig davon zu profitieren.

So kann es sich bei Altbauten beispielsweise als sehr sinnvoll erweisen, das Dach neu zu decken und zusätzliche bzw. besser gedämmte Fenster einzusetzen. Dazu kommen gegebenenfalls die Erneuerung der Stromleitungen und meistens auch das nachträgliche Integrieren von Heizkörpern. Beides sollte gut durchdacht sein, um einen funktionalen und energieeffizienten Raum zu schaffen.

Darüber hinaus übernimmt der Fachmann die Abwicklung der Genehmigungen, er berät Sie zuverlässig in Sachen Finanzen und kann Ihnen bestenfalls einen genauen Zeitplan aufstellen. Allgemein gilt: Je mehr Eigenleistung, desto länger dauert der Ausbau und desto höher das Risiko. Wägen Sie also genau ab und binden Sie alle baulichen Faktoren in Ihre Überlegung ein.

Punkt 3

Tipps zum Ausbau

  1. Die Kosten für einen Fachmann schrecken vielleicht zunächst ab, letztendlich können Sie durch seine Erfahrungen und Kontakte jedoch sparen. Er übernimmt praktisch die Verantwortung für Ihr Vorhaben. Eigenleistungen sind dabei kein Problem.
  2. Muss Ihr Dach vielleicht sowieso erneuert oder erweitert werden? Dann ist das der perfekte Zeitpunkt, auch den Ausbau des Dachbodens vorzunehmen! Im Zuge der Baumaßnahmen bzw. deren Planung können Sie direkt über die wichtigsten architektonischen Eigenschaften nachdenken und sich entsprechend beraten lassen.
  3. Recherchieren Sie eventuelle Förderungsmöglichkeiten. Das gilt natürlich in erster Linie für ältere Häuser, bei denen die Optimierung der Energieeffizienz eine Rolle spielt. Mancherorts stehen aber auch für simple Wohnraumerweiterungen staatliche Zuschüsse bereit. Fragen Sie bei Ihrer Bank und Ihrem örtlichen Bauamt nach Förderzuschüssen. Die Förderung ist in Deutschland an vielen Stellen dezentralisiert, nicht immer sind offene Töpfe leicht zu finden.
  4. Ein großer Ersparnisfaktor ist das verwendete Material. Hier können Sie oder Ihr Architekt oft Rabatte aushandeln, wenn alles aus einer Hand geliefert wird.
  5. Denken Sie mit Blick in die Zukunft. Ihre Kinder werden nicht klein bleiben - sie möchten zunehmend selbstständig leben und ihre Interessen entwickeln sich. Lassen Sie also bestenfalls gleich ein Bad einbauen, Planen Sie den Raum für einen größeren Schreibtisch, ein größeres Bett, Unterhaltungsmedien usw.

Weitere Tipps und Erfahrungen im folgenden privaten Video zum Ausbau vom Dachboden zum Kinderzimmer:

 Punkt 4

Der Dachboden als Platz für kreative Möglichkeiten

Dachböden besitzen in Regel Dachschrägen und nicht selten sind freiliegende Balken vorhanden. Beides kann hier durchaus als Möglichkeit für eine ganz spezielle Gestaltung gesehen werden.

Zum einen sorgen der beschränkte Raum und das Holz der Balken durchaus für Gemütlichkeit, zum anderen sind sie aber tatsächlich funktional und kreativ nutzbar. So verschaffen Einbauschränke an den unteren Bereichen der Dachschräge viel Stauraum und an Holzbalken können zum Beispiel sogar eine Schaukel, Kletterseile oder ähnliche Gerätschaften installiert werden.

Wenn es der Platz zulässt, ist ein weiteres Zimmer mit speziellem Thema ein Garant für strahlende Kinderaugen und neidische Blicke der Freunde. Gestalten Sie doch einfach einen

  • Ritterraum,
  • ein Puppenzimmer,
  • eine Kinderwerkstatt
  • oder eine Spielküche.

Dafür müssen keine umfangreichen baulichen Maßnahmen erfolgen. Oft genügen eine passende Tapete, etwas Deko und die gekonnte Platzierung von entsprechendem Spielzeug. Einen solchen Themenraum können Sie natürlich ebenfalls direkt im Kinderzimmer oder in einer Ecke des Raums kreieren. Der Fantasie ist praktisch keine Grenze gesetzt - und das Internet strotzt nur so vor zusätzlichen Anregungen!

Punkt 5

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Die richtigen Farben finden

Allgemein gilt: Farben sind ein wesentlicher Gestaltungsfaktor eines jeden Raums. Bei ihrem eigenen Zimmer haben die Kleinen oft ganz spezielle Vorlieben und Ideen, die nicht immer mit denen der Erwachsenen übereinstimmen. Das Kinderzimmer auf dem Dachboden bietet einen externen Raum, in dem auch verrückte farbliche Gestaltungen nicht in Konflikt mit dem Design der übrigen Wohnung gelangen.

Außerdem bieten Farben viele Möglichkeiten, den Raum in puncto Wohnlichkeit attraktiver zu machen. Handelt es sich zum Beispiel um ein großes Zimmer, können farblich abgetrennte Rückzugsbereiche, wie eine Lese- und/oder Kuschelecke dafür sorgen, das sich der Nachwuchs nicht verloren vorkommt. Dachschrägen sind grundsätzlich gemütlich, in kleineren Räumen könne sie jedoch beengt wirken. Deshalb ist es wichtig, sie vorwiegend hell zu gestalten.

Punkt 6

Einbauschränke sind unterm Dach besonders praktisch

Die Verwendung von Einbauschränken ist im Dachgeschoss mit Dachschrägen oft sehr sinnvoll. Bei gekonnter Umsetzung verschaffen sie eine größere Raumwirkung. Das ist dann der Fall, wenn sie im Bereich der Schrägen installiert werden. Zum einen beheben sie das Problem der nur schwer nutzbaren Ecken am Fuß der Dachschräge. Zum anderen machen die Fronten und der damit einhergehende Eindruck von geraden Wänden das Zimmer wohnlicher und weniger beengt. Nicht zuletzt bieten sie viel Platz für kleine und auch große Dinge.

Es müssen dabei jedoch nicht immer geschlossene Schränke sein. Tiefe Regale haben eine ähnliche Wirkung – und diese können, falls gewünscht, mit einem Vorhang schnell ebenfalls zu einer sauberen, wandähnlichen Fläche gemacht werden. Wer hier besonders effizient den Platz ausnutzen möchte, kann sich von speziellen Fachleuten wie Stattura beraten und helfen lassen.

Egal, wofür Sie sich entscheiden, verwenden Sie am besten vornehmlich helle Farben, da diese den Raum zusätzlich größer erscheinen lassen. Sind geschlossene Einbauschränke in derselben Farbe wie die Wand gestrichen, fallen sie fast gar nicht auf. Bunt angestrichen lockern sie den Raum andererseits auf und bringen einen frechen, fröhlichen Touch ins Kinderzimmer.

Schrank als Malunterlage

Eine besonders kreative und zudem praktische Idee ist es, den Einbauschrank als Tafel oder sogar Pinnwand zu gestalten. Ersteres erledigen Sie mithilfe von Tafelfarbe im Handumdrehen. Für die Pinnwand kleben Sie einfach einige Korkplatten auf. Beides macht das Kinderzimmer auf dem Dachboden noch individueller und zugleich für die kleinen attraktiver.

Nicht zu verachten ist zudem der Faktor Sicherheit: Einbauschränke können in der Regel nämlich weder beklettert werden, noch kippen.

Einbauschränke lohnen sich auch langfristig

Kinder haben im Allgemeinen nicht mehrere Räume zum Spielen, Lernen, Schlafen etc. zur Verfügung. Das Kinderzimmer muss also ein Allrounder sein – und das über viele Jahre. So sollte es unbedingt Platz für entsprechende Anpassungen bieten. Die Einbauschränke machen dabei so gut wie alles mit! Egal, ob Regal oder geschlossenes System, ihr Innenleben lässt sich in der Regel leicht verändern und immer wieder neu ausrichten.

Zudem können Sie mithilfe von zusätzlichen Kästen leicht effektive Ordnungssysteme erstellen. Schon bei der Planung Ihres Dachbodenausbaus sollten Sie also unbedingt auf eine möglichst flexible Ausrichtung der Einbauschränke achten.

Apropos Kästen - diese finden sich auch in den "Ikea-Hacks" fürs Kinderzimmer:

Punkt 7

Fazit: Der Dachboden als Kinderzimmer

Dachbodenräume bieten viel Potenzial für Kinderzimmer. Wenn sie auch zunächst etwas beengt erscheinen, kann hier mit Einbauschränken, Farben und diversen weiteren Mitteln ein attraktiver Platz zum Spielen, Lernen und Wohlfühlen geschaffen werden. Die Grundlage dafür sind eine durchdachte Planung und die optimale handwerkliche Umsetzung.

Scheuen Sie sich nicht, bei umfangreicheren Arbeiten oder solchen, die sie einfach nicht selber erledigen können, einen oder mehrere Profis zu beauftragen. Ihre Kinder werden umso mehr Freude an ihrem Zimmer haben, je fachgerechter und zukunftssicherer es realisiert wird! Bedenken Sie: 

Quality is what remains, when the price is long forgotten!

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