Abstillen - behutsam angehen!

Ist mein Baby bereit für feste Nahrung? Dann ist die Zeit des Abstillens gekommen. Es sollte ein Prozess sein, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt und voller Liebe und Zuwendung für Mutter und Kind. Kein hartes Entwöhnen, sondern ein gegenseitiges Eingehen auf die jeweiligen Bedürfnisse der Stillpartner. Wir haben Anregungen und Tipps zusammengefasst, die das Abstillen auf eine harmonische Art gestalten, das Stillen richtig beenden.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, wann der Zeitpunkt gekommen ist, das Baby abzustillen. Nach 6 Monaten etwa zeigen die meisten Babys Interesse an fester Nahrung. Dieses Interesse ist neben anderen Punkten ein Hinweis darauf, dass Ihr Baby bereit für die erste Beikost ist. Weitere Hinweise sind:

  • Das Baby verfolgt mit den Augen jeden Löffel oder jede Gabel, die Sie an den Mund
    führen.
  • Das Baby hat eine so gut entwickelte Hand-Mund-Koordination, dass es Essen zum
    Mund führen könnte.
  • Das Baby hat plötzlich einen erhöhten Stillbedarf, scheint nicht mehr so richtig satt zu
    werden (es gilt jedoch, zunächst andere Ursachen für den vermehrten Hunger
    auszuschließen, z.B. bei Milchstau, s. Probleme "Zu wenig Milch").

Lesen Sie weitere Anregungen zum Thema "Wie lange sollte ich stillen".

Das Abstillen - ein Prozess

Zeigt Ihr Baby den Wunsch nach fester Nahrung oder möchten Sie aus anderen Gründen mit der Beikost beginnen, gibt es zwei mögliche Antworten bzw. Wege darauf.

So stille ich mein Kind ab
Im Prinzip gibt es zwei mögliche Abstillanfänge:

  1. Die Mutter beginnt, das Kind abzustillen.
  2. Das Kind stillt sich selbst ab.

Wenn Sie sich als Mutter dazu entscheiden, mit dem Abstillen zu beginnen und die Abstillphase einzuläuten, sollten Sie dies behutsam tun. Wann immer Sie zufüttern (nach 4, 6 oder 8 Monaten), planen Sie einen langen Zeitraum ein, damit sich Ihr Baby und auch Ihre Brust langsam umgewöhnen können. So wird es auch folgenden Video der Babycouch empfohlen:

Ersetzen Sie im Laufe der Zeit nach und nach (möglichst in Abständen von Monaten) die Brustmahlzeiten durch feste Nahrung. Wenn Ihre Brust nach dem Wegfall einer Mahlzeit zu viel produziert und ein Milchstau droht, können Sie die Milchmenge mit 1-2 Tassen Salbeitee pro Tag drosseln oder - im Ausnahmefall - abpumpen.

Sehen Sie hier die Vorgehensempfehlung einer Kinderärztin:

-> Lesen Sie weiter im Kapitel über die Einführung der Beikost.

Plötzliches Abstillen

In seltenen Fällen kommt es dazu, dass sich ein Baby von einem auf den anderen Tag von selbst abstillt. Versuchen Sie zunächst herauszufinden, woher diese Probleme, die plötzliche Stillunlust rührt. Vielleicht haben Sie etwas gegessen oder getrunken, was den Milchgeschmack verändert. Falls es sich tatsächlich um ein endgültiges Stillende handelt, kann es notwendig sein, die Milchproduktion mit Arzneimitteln zu stoppen. Es gibt jedoch auch natürliche Alternativen (Stichwort "schnelles Abstillen", z.B. Brusthochbinden, Salbeitee etc.), die in jedem Fall zuerst ausprobiert werden sollten. Wenden Sie sich in einem solchen Fall an einen Frauenarzt oder an Ihre betreuende Hebamme. Greifen Sie nicht in Eigenregie auf Medikamente zum abstillen zurück, Abstilltabletten sollte, wenn überhaupt, nur ein Arzt verschreiben!

Nach dem Abstillen wieder stillen - Relaktation

Ist es möglich, nach dem Abstillen wieder mit dem Stillen zu beginnen? Ja. Im folgenden Video schildert uns eine Mutter Ihre Erfahrungen mit der sogenannten Relaktation.

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