Der Schritt zur ersten Mahlzeit will wohl überlegt seinJede stillende Mama stellt sich irgendwann die Frage: Wie lange soll ich mein Kind noch weiter stillen? Manche Mütter genießen das Stillen und würden es gerne das Langzeitstillen so weit wie möglich ausdehnen. Andere sind ganz froh, nicht mehr alleine für die Ernährung des Babys zuständig zu sein, wieder mehr Freiheiten zu erhalten. Lesen Sie hier, woran Sie die optimale Stilllzeit herausfinden.

So indiduell wie das Leben

Während die meisten Mütter und Babys schnell herausfinden, wie lange sie pro Brust stillen sollten (Anzahl an Minuten an einer Seite), tun sie sich schwer, den Zeitpunkt des Abstillens zu finden. Zur optimalen Stilldauer sei gleich gesagt: Es gibt keine festgelegte Anzahl an Monaten, die das Optimum der Stillzeit anzeigen. Die Stillempfehlung der WHO lautet sechs Monate. Man kann beobachten, dass viele Babys nach ungefähr diesen sechs Monaten verstärktes Interesse an fester Nahrung zeigen.

Dies könnte also ein Zeichen dafür sein, dass Ihr Kind nun eine erste Beikost als Ergänzung zum Stillen bekommen kann. Auf der anderen Seite stillen rund zehn Prozent der Mütter über das erste Lebensjahr hinaus, obwohl die meisten Experten momentan dazu raten, bereits nach vier Monaten ergänzend zur Muttermilch die erste Beikost zugefüttert werden sollte. Manche Wissenschaftler sehen ein Risiko zum Eisenmangel sowie ein erhöhtes Allergierisiko bei längerer, ausschließlicher Stillernährung. So sieht es auch die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI). Lediglich in Ländern, die keine hohen Hygienestandards bei der Babynahrung garantieren können, wäre die längere WHO-Empfehlung sinnvoll.

Professor Ratke rät - in aller Kürze - zu vier bis sechs Monaten reinen Stillens:

Festzuhalten ist: Vier Monate reine Stillernährung (voll stillen) sind momentanen Erkenntnissen zufolge auf jeden Fall sinnvoll, als beste Voraussetzung für die Babygesundheit anzuraten. Erst danach (ab dem fünften Monat) sollte eine erste Mahlzeit zugefüttert werden. Dies sollte spätestens zu Beginn des siebenten Monats erfolgen. Aber die Beikosteinführung heißt nicht, dass nun ganz auf das Stillen verzichtet werden sollte. Im Gegenteil: Stillen Sie so lange zu, wie Mutter und Baby dies wünschen. 

Auf der anderen Seite sollten sich Mütter auch kein schlechtes Gewissen machen, wenn sie, aus was für Gründen auch immer, früher aufhören mit dem Stillen. Hebamme Franziska Junge meint dazu:

Deutet die Zeichen

Es gibt noch weitere Fingerzeige für die Bereitschaft zu fester Nahrung beim Baby:

  • Sie sitzen als Familie beim Essen und Ihr Kind verfolgt jeden Ihrer Happen vom Teller bis in den Mund.
  • Ihr Baby will immer mehr an der Brust trinken. Gleichzeitig haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind vom Stillen nicht mehr so richtig satt zu werden scheint, obwohl die Milch reichlich fließt.
  • Ihr Kind ist koordinativ so weit, dass es die Beikost vom Tellerchen in den Mund führen kann.

Sie wollen den Schritt wagen und den ersten Babybrei zufüttern? Gehen Sie diesen Einschnitt der Beikosteinführung behutsam an. Der Abschied von der Brust sollte nicht auf einen Zeitpunkt festgelegt werden. Lesen Sie hierzu den Beitrag "Abstillen" und unser Kapitel zur "Beikosteinführung".

Was Mütter erleben können, wenn sie über die sechs Monate hinaus stillen, schildert diese junge Mutter:

PS: Bei Katzen verhält es sich übrigens ebenfalls recht unterschiedlich, wie lange die Katzenbabys gestillt werden. Von vier bis 14 Wochen beobachtet man dort das Stillen - jede Katzenmama (oder ist es das Katzenbaby? Oder beide zusammen?) scheint in diesem Punkt - innerhalb dieses Zeitrahmens - individuell zu entscheiden ;-)

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