MuttermundVorzeitige Öffnung vom Muttermund - Ursachen und Maßnahmen

Als Muttermund bezeichnet man die am Gebärmutterhals befindliche Öffnung der Gebärmutter zur Scheide hin. Bei einer Frau, die noch kein Kind zur Welt gebracht hat, sieht der Muttermund wie ein rundes Grübchen mit einer kleinen, quer verlaufenden Spalte aus. Im Gegensatz dazu sieht der Muttermund einer Frau, die bereits entbunden hat, wie ein quer verlaufender Spalt aus.

Was bedeutet eine vorzeitige Öffnung?

Verschlusssache

Der Muttermund verschließt die Gebärmutter zur Scheide hin und ist  - außer an den fruchtbaren Tagen der Frau – durch einen Schleimpfropf verschlossen. Geht dieser Schleimpfropf vor der Geburt ab, wird dies als "Zeichnen" bezeichnet (siehe Schwangerschaft 35. Woche).

 
 

Der Muttermund ist in der Regel bis zum Beginn der Geburt verschlossen und wird durch die Eröffnungswehen (Eröffnungsphase) eröffnet. Vor der Öffnung verkürzt sich der Gebärmutterhals, weshalb dessen Länge bei den Vorsorgeuntersuchungen überprüft wird. Bei einer Länge < 2,5 cm besteht die Gefahr einer Frühgeburt.

Eine vorzeitige Öffnung des Muttermundes wird als Gebärmutterhalsschwäche (auch Zervixinsuffizienz) bezeichnet. Sie tritt zumeist zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat auf und kann im schlimmsten Fall zu einer Frühgeburt führen. Häufiger betroffen sind Frauen, die zuvor Ausschabungen hatten, Operationen am Gebärmutterhals oder vorangegangene schwierige Geburten (z.B. mit Gebärmutterhalsriss). Außerdem können Infektionen zu einer frühzeitigen Öffnung des Muttermundes führen.

Achtung: Nicht jede Öffnung des Muttermundes vor der Geburt ist gefährlich. Gerade Frauen, die bereits entbunden haben, haben häufig bereits Wochen vor dem errechneten Termin einen leicht geöffneten Muttermund.

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Welche Maßnahmen stehen zur Verfügung?

Die Therapie der vorzeitigen Muttermundöffnung hängt davon ab, in welcher Schwangerschaftswoche die Frau ist, wie ausgeprägt die Schwäche ist und wie hoch das allgemeine Frühgeburtsrisiko eingeschätzt wird.

Es wird zunächst versucht, die Ursachen zu behandeln: Eine Infektion wird z.B. mit Antibiotika behandelt, bei vorzeitigen Wehen werden Stressreduktion, Bettruhe und ggf. Wehenhemmer verordnet.

Zumeist wird absolute Bettruhe notwendig sein. Früher wurde als Standardtherapie eine so genannte Cerclage – das ist ein Ring, der den Gebärmuterhals quasi "zubindet" – eingesetzt. Da es immer noch keinen Nachweis gibt, dass dies wirklich die Tragzeit verlängert, wird dieser Eingriff heutzutage eher seltener durchgeführt. Gleiches gilt für das Cerclage-Pessar, das über den Gebärmutterhals gestülpt wird.

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