SaugglockeWas ist eine Saugglocke und wann wird sie verwendet?

Eine vaginale Geburt, die mithilfe einer Saugglocke durchgeführt wird, bezeichnet man als Saugglockenentbindung oder im medizinischen Fachjargon als Vakuumextraktion. Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Eine flache Metallschale wird auf den Kopf des Kindes gelegt. Diese Schale ist über einen Schlauch mit einer Unterdruckpumpe verbunden, die ein Vakuum erzeugen kann, sodass sich die Metallschale (also die "Glocke") am Kopf des Kindes festsaugt. Der Arzt zieht das Kind dann (immer im Rhythmus mit den Wehen) aus der Gebärmutter vorsichtig heraus.

Nachteil ist, dass das Baby nach dieser Prozedur eine Geschwulst am Kopf hat und der Kopf oft länglich verformt aussieht. Diese Verformung bildet sich jedoch meist innerhalb der ersten Woche zurück.

Statt einer Saugglocke kann auch eine Geburtszange (Zangengeburt) verwendet werden.  Auch bei der Saugglocke ist zumeist ein Dammschnitt mit lokaler Betäubung notwendig.

Der Arzt wird sich zur Verwendung einer Saugglocke entscheiden, wenn die Mutter aus Erschöpfung oder aufgrund einer körperlichen Grunderkrankung (wie bspsw. eines Herzfehlers) unter der Geburt nicht ausreichend pressen kann. Das kann auch als Folge einer Peridualanästhesie passieren. Auch bei Verschlechterung der Herztöne während der Austreibungsphase, wenn der Kopf des Babys schon tief im Becken sitzt, kann die Saugglocke angewendet werden.

Video zur Geburt mit Saugglocke

Ungefähr nach 40 Sekunden seht ihr im folgenden Video den nachgestellten Einsatz einer Saugglocke unter der Geburt

Verformungen durch die Saugglocke

Erschrecken Sie nicht, wenn der Kopf Ihres Babys nach der Geburt in die Länge gezogen, geschwollen oder bläulich verfärbt erscheint. Der Babykopf stellt das größte Geburtshindernis dar und wird darum oftmals beim Durchtritt durch den Geburtskanal drangsaliert. Verformungen treten gehäuft nach dem Einsatz von Saugglocke oder Zange auf.

Die gute Nachricht: Diese Geburtsverformungen bilden sich meist innerhalb der ersten Tage zurück!

Dies gilt auch für das Kephalhämatom, eine Schwellung am seitlichen Schädel des Neugeborenen. Es entsteht durch den Druck der Gebärmuttermuskulatur. Es ist meist harmlos, verschwindet aber erst im Laufe einiger Wochen.

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