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Allergische Probleme sind auf dem Vormarsch – auch bei Kindern. Knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung leidet in der einen oder anderen Form an einer Allergie. Die Ursachen sind noch nicht hinreichend erkannt, aber es gibt konkrete Ernährungsempfehlungen.

Hier finden sich konkrete Anregungen zu Lebensmitteln, welche die Nahrungsbestandteile aus der Kuhmilch ersetzen.

 

Ist mein Kind allergisch?

Man erkennt eine allergische Reaktion bei Säuglingen recht eindeutig an rötlichen Hautausschlägen (bis hin zu Ekzemen) oder daran, dass das Baby sich so häufig juckt. Aber auch Bauchschmerzen, Blähungen bis zu Erbrechen kann ein Zeichen einer Allergie sein.

 

kalb saeugt euter 0 564Kuhmilch ist in erster Linie für ein Kälbchen gedacht

 
 


Dennoch: Man sollte als Eltern keine eigenständigen Krankheitsurteile fällen. Wenn ein Allergieanzeichen erkannt ist, sollte der Weg zum Facharzt führen. Hierfür gibt es allergologisch spezialisierte Kinderärzte. (Tipp: Suche bei Google nach "Kinderarzt, Allergie plus deiner Stadt, z.B. Berlin")

Im ersten Schritt wird dieser einen zehn bis 14-tägige Verzicht auf Milchprodukte empfehlen. Bessern sich die Symptome nach dieser Umstellung, werden weitere Tests durchgeführt.

 

Grundlageninformationen

Milupa (Hersteller von Aptamil 1) hat eine ausführliche Informationsseite zur Kuhmilchallergie beim Baby online gestellt. Hier findet sich der interessante Hinweis, dass bei Babys mit Kuhmilchallergie auch die stillenden Mütter – nach Beratung durch einen Arzt – auf Milchersatzprodukte zurückgreifen sollten. Hinweis: Auch Aptamil 1 enthält als Milchnahrung viele Milchbestandteile.

 

Mein Kind hat Kuhmilchallergie – was nun?

Nach eindeutiger Allergiediagnose sollte eine langfristige Ernährungsumstellung erfolgen. Doch was darf mein Baby bei Kuhmilchallergie noch essen? Es gilt vornehmlich, die wertvollen Nahrungsbestandteile der Milch (in erster Linie Kalzium, Eiweiß, Vitamin B2 und Jod) durch andere Lebensmittel gesund (!) zu ersetzen.

Frau Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) nennt auf kindergesundheit-info.de wertvolle Tipps, wie so eine Ernährungsumstellung beim Baby aussehen kann:


Wo erhält mein Kind die Nährstoffe aus der Kuhmilch nun her?

Kalzium

Während der Bedarf an Eiweiß, Vitamin B2 und Jod über andere Lebensmittel gedeckt werden kann, ist die ausreichende Versorgung mit Kalzium der am schwersten zu ersetzende Nährstoff aus der Kuhmilch. Kalzium findet sich in Hülsenfrüchten, Nüssen/Samen, vielen Gemüsen (u.a. in Fenchel, Spinat, Brokkoli) und Kräutern. Doch werden die darin enthaltenen Mengen kaum ausreichen, genügend Kalzium für das Baby zuzuführen.

Was also tun? Sie können zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung:

  • in Absprache mit dem Arzt: Kalzium-Nahrungsergänzung dem Baby geben und
  • kalziumhaltiges Mineralwasser und
  • kalziumangereicherte Sojamilch verwenden.

 

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Brokkoli ist ein tolles Gemüse bei Kuhmittelunverträglichkeit

 

Eiweiß

Eiweiß findet sich in vielen Produkten, z.B. Kartoffeln, vielen Gemüsen, Eiern, Fleisch, Hülsenfrüchten, Getreide ...

 

Vitamin B2

Quellen für dieses Vitamin sind ebenfalls Fleisch, Vollkornprodukte, Mais, Rosenkohl, Erbsen, Fenschel, Brokkoli, Kartoffeln ... Das Baby kann auf eine breite Auswahl zurückgreifen :-)

 

Jod

Jod findet sich in Fisch, jodiertem Speisesalz oder – wieder nur in Absprache mit dem Arzt – in Jodtropfen.

 


Welche "Ersatzmilchprodukte" darf ich zum Kochen verwenden?

Die folgenden Produkte werden in der Regel als Empfehlung zum Kochen oder Backen bei Kuhmilchallergie genannt:

  • Kokosmilch,
  • Sojamilch, Sojacreme, Sojajoghurt,
  • Reismilch,
  • Mandeldrink oder
  • Hafermilch

Die Milch in Ziegen-, Stuten- oder Schafsmilch ist der Kuhmilch recht ähnlich. Von daher stellen sie oftmals keine praktikable Alternative dar.


Wie lange wird mein Kind kuhmilchunverträglich bleiben?

Oft bildet sich die Kuhmilchallergie nach einer konsequenten Ernährungsumstellung innerhalb einiger Jahre zurück. Das lässt sich jedoch nicht pauschal sagen. Alle 1-2 Jahre sollte eine Überprüfung der Allergie durch einen Arzt erfolgen.

Weitere Informationen auf den Seiten von Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.  und auf der Themenseite Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten bei Babys

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