Steisslage
Als Steißlage oder auch Beckenendlage bezeichnet man eine Lageposition des Kindes im Mutterleib, bei der noch kurz vor der Geburt das Becken bzw. die Füße nach unten weisen. Eine solche Position tritt – im Gegensatz zur herkömmlichen Kopfendlage – in 5 % der Schwangerschaften auf.

Wird ein Kind in dieser Position geboren, so rutscht zuerst das im Vergleich zum Kopf weitaus schmalere Becken und die Beine durch den Geburtskanal. Die Gefahr dabei ist, dass so das Becken noch nicht ausreichend geweitet, der Kopf noch nicht durch kommt und in dieser Konstellation die Nabelschnur abgeklemmt ist.

Ist eine spontane Geburt trotz Steißlage möglich?

Bis vor einigen Jahren war es noch üblich, dass Babys in Steißlagen grundsätzlich per Kaiserschnitt auf die Welt kommen. Immer noch gibt es Frauenärzte, die diese Haltung vertreten.

Die deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe erklärt es in ihren Leitlinien für vertretbar, bei einer Steißlage eine spontane Entbindung durchzuführen. Vorraussetzung ist, dass das Baby unter 3,8 kg wiegt, der Kopfumfang im Verhältnis zum Bauchumfang nicht zu groß ist und keine Beckenanomalien bei der Mutter vorliegen. Weiterhin dürfen keine Wachstumsstörungen beim Kind vorliegen. Auch eine reine Fußlage (d.h. die Beine sind nach unten gestreckt) gilt als Kontraindikation.

In jedem Fall sollte die Entbindung in einem Krankenhaus stattfinden, so dass bei Komplikationen weiterführende medizinische Hilfe verfügbar ist.

Video zur Drehung bei Beckenendlage

Der folgende Film zeigt Möglichkeiten der Wendung bei Beckenendlage

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