Ab wann spricht man von Verstopfung?
Als Verstopfung bezeichnet man das verlängerte Verweilen des Stuhlgangs
im Darm mit daraus resultierend verhärtetem Stuhlgang und schmerzhafter
Entleerung. Ein Kind ist also nicht verstopft, wenn es nur alle 3 Tage
seinen Darm entleert, dies aber ohne Schmerzen tut.
Gerade gestillte Kinder müssen nicht täglich Stuhlgang haben. Ein
Abstand bis zu 10 Tagen kann normal sein, wenn das Baby nicht vorher
viel schreit und ausreichend zunimmt (ca. 150 g/Woche). Gestillte Babys
leiden viel seltener als Flaschenkinder an Verstopfung, weil die
Muttermilch eine Zusammensetzung hat, die für die Verdauung eines
Säuglings optimal ist.
Mögliche Ursachen:
Wenn ein Flaschenkind an Verstopfung leidet, sollten die Eltern einige mögliche Ursachen ausschließen:
- Ist das Wasser, mit dem die Milch angerührt wird, vielleicht zu kalkhaltig?
- Bekommt Ihr Baby bereits 1er Nahrung? Dann versuchen Sie es noch mal mit der Pre-
Nahrung! - Bekommt Ihr Baby ausreichende Trinkmengen?
- Haben Sie der Milch Karottensaft/Mus oder Reisflocken/Haferflocken zugefügt? Dies
kann zu Verstopfung führen!
Verstopfung
tritt manchmal auf, wenn das Baby die erste Beikost erhält. Besonders
Karotten- und Bananenbrei verfestigen den Stuhl und müssen bei
Verstopfung zunächst abgesetzt werden. Auch hier sollten sich Eltern
wieder die Frage stellen:
Bekommt mein Kind ausreichend Flüssigkeit?
Bieten Sie Ihrem Baby zum Brei immer Wasser oder ungesüßten Tee aus der
Trinklerntasse an. Wenn Ihr Baby nicht gerne trinkt, verdünnen Sie den
Brei einfach mit Wasser.
Was
Sie tun können, um Ihrem Baby bei Verstopfung zu helfen, haben wir
Ihnen hier zusammengefasst. Denken Sie daran: Unsere Tipps sind
vielleicht hilfreich, können jedoch nicht den Arztbesuch ersetzen.
Suchen Sie unbedingt einen Arzt auf, wenn Ihr Baby sehr viel schreit,
nicht ausreichend zunimmt und der Stuhlgang schleimig oder blutig ist!
Hilfe bei Verstopfung:
- Erhöhen Sie die Trinkmenge: Sie können Ihrem Baby bis zu 500 ml Wasser/Tee
zusätzlich geben! - Stellen Sie Flaschenkinder auf Pre-Nahrung um. Es gibt auch
prebiotische Säuglingsnahrung, die ein spezielles Kohlehydrat enthält, welches die
Darmflora des Babys positiv beeinflusst.
- Vermeiden Sie stopfende Nahrung (Karotte, Banane, geriebener Apfel), geben Sie eher
stuhlauflockernde Breie wie z.B. Spinat, Kürbis. - Achten Sie darauf, dass Sie bei den Breimahlzeiten ausreichend Fett hinzufügen!
- Ein altbewährtes Mittel bei Verstopfung ist auch die Gabe von Milchzucker zum Tee
oder in den Brei. Sie müssen aber unbedingt auf die Dosierungsangaben des
Herstellers achten, weil es sonst erst recht zu Verstopfungen kommen kann.
Außerdem können durch Milchzuckergaben auch Blähungen hervorgerufen werden.
Milchzucker hat sehr viele Kalorien und erhöht in der Flasche beigefügt die
Kariesgefahr. Er sollte also nicht als regelmäßiger Zusatz gegeben werden! - Massieren Sie das Baby am Steißbein, sanft am Bauch (im Uhrzeigersinn!) oder auch
im Bereich der Ferse (Außenkante). - Bei akuter Verstopfung kann die Gabe eines abführenden Zäpfchens sinnvoll sein.
Besprechen Sie sich aber vorher mit Ihrem Kinderarzt!
|