Ablauf einer künstlichen BefruchtungUnter "künstlicher Befruchtung" versteht man die medizinischen Eingriffe zur Einführung einer Schwangerschaft. Rund 50.000 findet dies jährlich in Deutschland statt. Manche Paare versuchen jahrelang, gemeinsam ein Kind zu zeugen. Oftmals stehen in diesen Fällen körperliche Probleme dem Herbeiführen der Schwangerschaft im Wege. Der letzte Ausweg liegt dann in der künstlichen Befruchtung, auch "assistierte Reproduktion" genannt.

Vorgehensweisen bei künstlicher Befruchtung

In-vitro-Fertilisation (IVF)
Hierbei wird das Sperma (entweder vom Partner oder Samenspender) in einem Reagenzglas mit der Eizelle zusammengeführt.

Intrauterine Insemination
Hier werden die Spermien zur fruchtbaren Zeit in die Gebärmutter "eingepflanzt".

Bechermethode bzw. Insemination
Vor allem von lesbischen Frauen angewandt. Das Sperma wird zumeist mit einer Spritze in die Vagina eingebracht.

Zur rechtlichen Lage in Deutschland kann sich hier informiert werden. Eine In-vitro-Fertilisation kostet rund 2.000 Euro, teilweise werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Skuril: Der Aufwand gilt bei der Steuer als außergewöhnliche Belastung ...

Ablauf einer In-vitro-Fertilisation

In den Kliniken für Reproduktionsmedizin werden die Partner zunächst ausführlich untersucht. Als Nächstes steht eine Hormonbehandlung der Frau an, die sogenannte Downregulation. Damit soll ein vorzeitiger Eisprung unterdrückt werden. Zumeist 14 Tage später beginnt dann hormonelle Anregung der Eierstöcke, damit sich mehr Eibläschen bilden.

Eine Woche nach Beginn der Hormonstimulation werden die Eizellen auf ihre Eignung geprüft. Sind sie befruchtungsfähig, wird die Hormonbehandlung beendet, der Eisprung wird eingeleitet.

Circa eineinhalb Tage nach der Einleitung des Eisprungs werden die Eizellen der Frau entnommen, entweder unter Schmerzmitteln oder sogar Vollnarkose. Dann muss auch frischer Samen des Partners oder Samenspenders bereitstehen. Eizellen und Samen werden in einer Nährlösung in einem sogenannten Brutschrank zusammengebracht. Hierin sollen sich beide vereinen und ein neues Leben entstehen lassen.

Ist dies gelungen, werden der Frau am zweiten, dritten oder fünften Tag nach der Eizellentnahme die Embryonen mit einem Schlauch in die Gebärmutter gepflanzt - dieser Vorgang ist relativ schmerzfrei. Weitere 14 Tage später (ungefähr) kann mit einem Schwangerschaftstest anhand des Schwangerschaftshormons HCG festgestellt werden, ob es geglückt ist (die Geburtenrate nach einer IVF liegt in Deutschland zwischen 15 und 20 Prozent) und eine Schwangerschaft begonnen hat. Es folgen weitere Kontrolluntersuchungen.

Risiken

  • Möglicherweise kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft
  • Die Hormonbehandlungen belasten den Körper
  • Zumeist kommen hohe Kosten auf die Partner zu
  • Das normale Risiko von Infektionen bei der Behandlung bzw. das übliche Narkoserisiko

Videos zur künstlichen Befruchtung

Im folgenden Video wird die In-vitro-Fertilisation näher erläutert:

 

Quarks und Co. geht auf weitere Stolpersteine der künstlichen Befruchtung ein:

 

 

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