kuhmilchallergie oder nicht 4 564


Auch Babys können schon an Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien leiden. Eine der häufigsten Allergien bei Babys und Kleinkindern ist die Kuhmilchallergie. Sie kann sich durch viele verschiedene Symptome äußern, die teilweise als normale frühkindliche Verdauungsstörungen fehlinterpretiert werden, und ist daher nicht so leicht zu diagnostizieren. Eine schnelle und korrekte Diagnose ist jedoch wichtig für eine erfolgreiche Ernährungstherapie. Doch wie kann der Kinderarzt die Diagnose stellen?

 

Kuhmilchallergie – Nicht immer einfach zu erkennen

Der Gang zum Kinderarzt ist wichtig, wenn Sie bei Ihrem Kind typische Kuhmilchallergie-Symptome erkennen. Laut der Webseite treten die meisten Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen innerhalb von zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf. Allerdings sind mit der Milcheiweißallergie auch Symptome verbunden, die normalerweise eher mit anderen Allergien in Verbindung gebracht werden, wie etwa:

  • Laute Atemgeräusche: Pfeifen oder Rasseln beim Atmen
  • Hautausschlag
  • Schwellungen an den Lippen oder Augenlidern
  • Nesselsucht

Manche Beschwerden stellen sich erst einige Tage oder eine Woche nach dem Verzehr der Milchprodukte ein. Dazu gehören Koliken, Verstopfung, juckende Hautstellen und Husten. Häufig ist es wegen der Zeitverzögerung schwierig, diese Beschwerden beim Baby auf das Füttern mit Milchprodukten zurückzuführen.

 

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Die Anamnese beim Kinderarzt ist wichtig für die Diagnosestellung

Umso wichtiger ist es, Ihr Baby genau zu beobachten, damit Sie dem Arzt während der Anamnese wertvolle Hinweise liefern können, die er zur Diagnosestellung benötigt.

Im Idealfall sollten Sie ein Ernährungstagebuch anfertigen. Notieren Sie dort, welche Nahrungsmittel Ihr Kind wann verzehrt hat und wie es später darauf reagiert hat.

Gehen Sie auch auf die Zubereitungsart und eventuelle Medikamente ein.

Besondere Anlässe wie Kontakte zu Tieren, Kindergeburtstage oder Infekte spielen ebenfalls eine Rolle. Halten Sie fest, wann die Beschwerden nach der Nahrungsaufnahme aufgetreten sind. So kann der Arzt Sofort- und Spätreaktion am besten erkennen.

 

Haut- und Bluttests helfen bei der Diagnose

Für die weitere Diagnostik kommen üblicherweise Haut- und Bluttests zum Einsatz. Mit ihnen kann ermittelt werden, ob eine Sensibilisierung gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel vorliegt.

 

Prick-Test

Bei den Hautuntersuchungen wird häufig der Prick-Test durchgeführt. Dabei wird das Milcheiweiß in natürlicher Form oder als Extrakt auf die Haut aufgetragen und die betroffene Stelle kurz angestochen.

Bei einer Sensibilisierung des Soforttyps sollte sich schnell eine Quaddel bilden. Mitunter kommt es auch zu Spätreaktionen, die sich erst 24 oder 48 Stunden später zeigen.

Dieser Test ist aber nicht immer zu 100 Prozent aussagekräftig, sodass eventuell weitere Untersuchungen erfolgen müssen. Bluttests werden ebenfalls häufig eingesetzt, um eine Milcheiweißallergie zu diagnostizieren.

 

Der Auslöser

Da jede Allergie eine immunologische Reaktion ist, wird ein eigentlich harmloses Nahrungsmittel vom Immunsystem als fremd erkannt. Meist sind die Eiweißstrukturen das eigentliche Allergen. Deshalb lautet der korrekte Begriff für die Kuhmilchallergie auch Milcheiweißallergie. Das Immunsystem bildet spezifische Abwehrstoffe, wenn es mit dem Eiweiß aus der Milch in Kontakt gerät. Wenn im Blut allergen-spezifische-IgE-Antikörper nachgewiesen werden können, deutet das auf eine Kuhmilchallergie hin.

 

Die Eliminationsdiät hilft, die Diagnose zu sichern

Zuverlässig, aber etwas aufwendig ist die Diagnosestellung per Eliminationsdiät. Bei Verdacht auf Milcheiweißallergie müssen Eltern ihre Kinder ein bis vier Wochen lang kuhmilchfrei ernähren. Das Kind bekommt dann eine allergenfreie Spezialnahrung, die auf Aminosäuren basiert. Dies sind kleine Eiweißstoffe, wodurch praktisch keine Allergene mehr enthalten sind.

Die weiteren Nahrungsmittel müssen so ausgewählt werden, dass sie eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherstellen, aber trotzdem gut verträglich und nicht allergen sind.

Wenn sich während der Ernährungsumstellung die Beschwerden bessern oder gar ganz verschwinden, so ist es wahrscheinlich, dass Ihr Kind allergisch auf Kuhmilcheiweiß reagiert.

Dann wird der Kinderarzt eine gezielte Provokation anordnen, um zufällige Besserungen der Symptome auszuschließen. Sie müssen Ihrem Kind also noch einmal eine Milchmahlzeit verabreichen, um erneute Beschwerden zu provozieren. Da die darauffolgenden allergischen Reaktionen sowohl mild als auch heftig verlaufen können, sollte die Provokation immer von einem Arzt begleitet und nicht nach eigenem Ermessen durchgeführt werden.

 

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Diagnose Kuhmilchallergie – Und jetzt?

Wenn der Kinderarzt die Diagnose „Kuhmilchallergie“ gestellt hat, sind viele Eltern besorgt und fragen sich, was das Baby mit Kuhmilchallergie essen darf. Dadurch, dass nicht nur Rohmilch, sondern alle Milchprodukte vom Speiseplan gestrichen werden müssen, schränkt sich die Auswahl der Lebensmittel tatsächlich enorm ein. Joghurt, Quark, Butte, Käse und Pudding sind für Ihr Kind ebenfalls tabu. Auch bei Fertigprodukten ist Vorsicht geboten, da einige von ihnen versteckte Milchbestandteile enthalten können:

  • Brot und Backwaren
  • Milchbrötchen
  • Müsli
  • Desserts
  • Süßspeisen
  • Fruchtsaftgetränke mit Molke
  • Margarine
  • Wurst
  • Nudelfertiggerichte
  • Soßen

 

Gewöhnen Sie sich an, die Zutatenliste auf der Verpackung zu lesen. Enthält sie Begriffe wie „Milch“, „Molkeneiweiß“ oder „Milchzucker“, so sind Milchprodukte verarbeitet. Aufgrund der Allergen-Kennzeichnungspflicht in Deutschland müssen Milchbestandteile in Fertigprodukten besonders hervorgehoben werden, etwa durch kursive oder fette Schrift.

 

Nichtsdestotrotz ist die Diagnose Kuhmilchallergie kein Grund zur Verzweiflung: Bei vielen Kindern verschwindet die Allergie spätestens bis zum Schulkind-Alter von ganz allein wieder.

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Dies war ein Beitrag aus dem Baby-Welten-Magazin

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