Mathildes Abenteuer

Auf der Suche nach Wünschen, Zielen und Sinn - die Abenteuer der kleinen Mathilde. Eine Fortsetzungsgeschichte auf baby-welten.de.


Dies ist kein Roman. Es sind Geschichten, die zum Nachdenken und zum Ausprobieren anregen sollen. Ich empfehle, immer nur bis zu dem Punkt zu lesen, an dem Sie sich animiert fühlen, über das Geschriebene nachzudenken, etwas zu notieren oder zu tun.

Michael Behn



Teil 2: Mathilde

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5.    Die Reise beginnt

Selbst nach unendlichem Starren auf das Blatt fiel Mathilde, außer weiteren Fragen, nichts ein: „Was schreibe ich? Was ist gemeint? Meine Aufgabe? Wo will ich hin? Wie soll ich anfangen?“

Während ihr Ärger wuchs, begann sie zu zeichnen. Auf dem Block war nach kurzer Zeit ein kleines Pferd zu sehen. Ein glückliches Mädchen saß etwas später auf seinem Rücken. Noten tanzten um ihren Kopf und sie hielt ein Büchlein in der Hand, auf dem die Zahl 3 zu erkennen war.
Mathilde legte den Stift beiseite und betrachtete überrascht ihr Werk. Was sie sah, gefiel ihr ausgesprochen gut. Zufrieden lehnte sie sich gegen die Holzwand der Turnburg und dachte über das Bild nach.

„Du bist ja schon da, Maaathilde!“, rief eine Stimme. Es war die Schnecke, die auf dem Fenstersims in der Turnburg saß. „Hast du an die Gräääser gedacht?“
Sie gab der Schnecke die Gräser vom Friedhof.
„Wo hast du diese schönen Gräääser her?“

Mathilde wurde verlegen, denn Gräser vom Friedhof erschienen ihr jetzt als etwas, das man doch nicht anbieten konnte. „Aaach, vom Friedhof!“, rief die Schnecke begeistert. „Da waaachsen die besten Gräser, denn sie reifen in der Stille. Die meisten guten Dinge reifen nur in der Stille“, fügte die Schnecke hinzu.

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Teil 1: Mathilde

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1.    Mathilde und Tiberius

„Einen Euro fünfzig“, dröhnte es aus dem Zeitungskiosk. Das rothaarige Mädchen mit Sommersprossen durchsuchte ihre Hosentaschen. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, reckte den rechten Arm und ließ die Münzen auf den orangefarbenen Plastikteller rasseln, wo sie surrend auskreiselten.

„Danke, Mathilde. Und grüß deinen Onkel“, sagte der Mann und reichte ihr die Zeitung aus dem Kioskfenster.
Sie schnappte die Zeitung, drehte sich um, rief „tschüss!“ und hüpfte in Richtung Marktplatz, wo sie schon den zweiten Sommer bei ihrem Onkel wohnte. Natürlich würde sie nicht vergessen, ihren Onkel zu grüßen, der mit Tiberius befreundet war. Sie mochte diesen grauhaarigen Kioskbesitzer. Immer fand sich ein Lächeln in seinem zerklüfteten Gesicht, ob es regnete, schneite oder unsäglich heiß war wie im letzten Sommer. So war er, seit Mathilde ihn kannte.

Nie ein Wort der Klage, der Wut oder der Ungeduld.

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