Hallo Amelie,
ich habe mich einige Zeit lang mit dem plötzlichen Kindstod beschäftigt. Dabei bin ich zu beruhigenden Erkenntnissen gekommen:
Der plötzliche Kindstod ist ja eine Ausschlussdiagnose. Das heißt: Der Arzt kann keine andere Todesursache finden und nennt es dann halt plötzlichen Kindstod. Das Risiko liegt über alle Kinder in Deutschland bei ungefähr 0,04 Prozent (beruhig), Jungs sind etwas stärker betroffen, 2 Drittel dieser Fälle ereignen sich in den Wintermonaten. Über 3 Viertel der Fälle ereignen sich vor dem 6. Lebensmonat. Das zu den Zahlen.
Einige Risikofaktoren scheinen sich heraus kristaliisiert zu haben:
- Rauchen der Eltern in der Wohnung
- Zu warmes Schlafzimmer
- Bauchlage des Kindes
- Zu geringe Luftzirkulation durch die Decke
- Kinder mit geringem Geburtsgewicht
- Kinder sehr junger Mütter (unter 20)
- Kinder, die im Schlaf stark schwitzen
- Kinder, Atemaussetzer beim Schlafen haben
Aber Achtung: Das sind nur leichte statitische Auffäligkeiten, der plötzliche Kindstod kommt (zum Glück sehr selten) bei allen gesellschaftlichen Schichten und den unterschiedlichsten Bedingungen vor.
Die folgenden Maßnahmen werden zur Vorsorge empfohlen:
- Verzicht der Eltern auf das Rauchen, am Besten schon in der Schwangerschaft
- Schlafzimmertemperatur 16 bis 18 Grad
- Schlafzimmer gut lüften
- feste, luftige Matratze
- Rückenlage während des Schlafens
- das Baby schläft im 1. Lebensjahr im eigenen Bett im Zimmer der Eltern
- Passender Schlafsack statt Decken oder Kissen
- Stillen in den ersten 6 Lebensmonaten
Durch diese Maßnahmen konnten die Sterblichkeitsraten deutlich reduziert werden.
Liebe Grüße
Lilie